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Ab 60 und Risikogruppen
Gürtelrose-Impfung
Herpes zoster (Gürtelrose) · Adjuvantierter Totimpfstoff (Shingrix)
Kurz erklärt
Zwei Spritzen gegen Gürtelrose. Kann 1–3 Tage ganz schön schlauchen, schützt dafür zu über 90 % und lange.
Die Krankheit
Zeit bis zum Ausbruch (Inkubationszeit): Jahre bis Jahrzehnte nach Windpocken
Was ist das?
- Das Windpockenvirus bleibt nach der Kinderkrankheit lebenslang in Nervenknoten. Wird das Immunsystem schwächer, wacht es auf und wandert den Nerv entlang zur Haut.
Wie wird sie übertragen?
- Keine Ansteckung im eigentlichen Sinn – es ist das eigene Virus
- Bläscheninhalt kann bei Menschen ohne Immunität Windpocken auslösen
Welche Beschwerden treten auf?
- Erst brennende, stechende Schmerzen, dann Rötung und Bläschen in einem Streifen auf einer Körperseite
- Häufig Rumpf, aber auch Gesicht und Auge (Zoster ophthalmicus)
Wie wird sie behandelt?
- Antivirale Tabletten (Valaciclovir, Aciclovir, Brivudin) innerhalb von 72 Stunden
- Brivudin nie zusammen mit 5-Fluorouracil (lebensgefährlich)
- Konsequente Schmerztherapie, bei Augenbeteiligung Augenarzt
Verlauf und Komplikationen
- Ausschlag heilt in 2–4 Wochen
- Post-Zoster-Neuralgie: monate- bis jahrelange Nervenschmerzen, bei Älteren häufig
- Augenbeteiligung kann Sehverlust bringen. In den Wochen danach ist das Schlaganfallrisiko erhöht
Wann und wie oft impfen?
- Ab 60 J
- 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten
- Ab 18 J mit Risiko
- 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten
- Nach Gürtelrose
- Impfen, sobald die Erkrankung abgeheilt ist
Auffrischung: derzeit keine
Für wen ist die Impfung empfohlen?
- Alle ab 60 Jahren
- Ab 18 J mit erhöhtem Risiko, z. B. Immundefizienz oder Immunsuppression, HIV, rheumatoide Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Diabetes, COPD/Asthma, chronische Niereninsuffizienz
Wer sollte nicht oder erst später geimpft werden?
- Akute Gürtelrose – erst nach Abheilung
- Anaphylaxie auf einen Bestandteil
- Kein Lebendimpfstoff: auch bei Immunsuppression geeignet
Mögliche Impfreaktionen
Häufig
- Starke Schmerzen am Arm (sehr häufig)
- Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen
- Fieber, Schüttelfrost – etwa jeder Zehnte ist 1–2 Tage eingeschränkt
Gelegentlich
- Lymphknotenschwellung
- Ausschlag, Juckreiz
Sehr selten
- Sehr selten Guillain-Barré-Syndrom (Signal in Studien)
- Sehr selten Anaphylaxie
Was nach der Impfung zu beachten ist
- Patienten vorwarnen: 1–3 Tage deutliche Impfreaktion möglich
- Termin nicht direkt vor wichtige Ereignisse legen
- Termin für die 2. Dosis gleich vereinbaren – nur beide Dosen schützen gut
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Kassenleistung
Häufige Fragen
Allgemeine Information, ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: STIKO-Empfehlungen 2026. Quelle: Robert Koch-Institut.