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Erwachsene
Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten
Tetanus · Diphtherie · Keuchhusten · Totimpfstoff (Toxoid)
Kurz erklärt
Schützt vor Wundstarrkrampf, Diphtherie und Keuchhusten. Alle 10 Jahre eine Spritze reicht.
Die Krankheit
Zeit bis zum Ausbruch (Inkubationszeit): Tetanus 3–21 Tage · Diphtherie 2–5 Tage · Keuchhusten 7–20 Tage
Was ist das?
- Tetanus: Das Gift eines Bodenbakteriums blockiert die Nervenbremse der Muskeln.
- Diphtherie: Ein Bakteriengift zerstört Rachenschleimhaut und schädigt Herz und Nerven.
- Keuchhusten: Bakterielle Infektion der Atemwege mit wochenlangen Hustenanfällen.
Wie wird sie übertragen?
- Tetanus: Sporen aus Erde und Staub gelangen über Wunden in den Körper, auch über Splitter. Nicht ansteckend.
- Diphtherie: Tröpfchen, seltener Hautwunden (Hautdiphtherie).
- Keuchhusten: Tröpfchen beim Husten – sehr ansteckend, oft von Erwachsenen auf Babys.
Welche Beschwerden treten auf?
- Tetanus: Kiefersperre, verkrampftes „Grinsen“, schmerzhafte Krämpfe bis zur Atemlähmung bei klarem Bewusstsein.
- Diphtherie: Halsschmerzen, grau-weiße festhaftende Beläge, geschwollener Hals, süßlicher Mundgeruch.
- Keuchhusten: Stakkato-Hustenanfälle mit Ziehen beim Einatmen und Erbrechen. Bei Erwachsenen oft nur langer Husten. Säuglinge: Atemstillstände.
Wie wird sie behandelt?
- Tetanus: Intensivstation, Tetanus-Immunglobulin, Wundsanierung, Antibiotikum, Muskelrelaxation.
- Diphtherie: Antitoxin so früh wie möglich, Antibiotikum, Isolierung.
- Keuchhusten: Makrolid-Antibiotikum (z. B. Azithromycin) – verkürzt die Ansteckung, den Husten kaum.
Verlauf und Komplikationen
- Tetanus: trotz Intensivtherapie etwa 10–20 % tödlich.
- Diphtherie: 5–10 % tödlich, Herzmuskelentzündung und Lähmungen möglich.
- Keuchhusten: Husten 6–10 Wochen („100-Tage-Husten“). Komplikationen: Lungenentzündung, Rippenbrüche, Leistenbruch. Für Säuglinge lebensgefährlich.
Wann und wie oft impfen?
- Säuglinge
- 2, 4 und 11 Monate (im 6-fach-Impfstoff)
- Kinder
- Tdap mit 5–6 J, Tdap-IPV mit 9–16 J
- Erwachsene
- Td alle 10 Jahre; die nächste fällige Dosis einmalig als Tdap (ggf. Tdap-IPV)
- Schwangere
- Tdap in jeder Schwangerschaft ab dem 2. Trimenon – unabhängig vom letzten Impfabstand; bei drohender Frühgeburt früher im 2. Trimenon
- Verletzung
- Tetanus-Schutz prüfen: saubere Bagatellwunde → Auffrischung, wenn letzte Dosis >10 J; tiefe/verschmutzte Wunde → wenn >5 J
Auffrischung: alle 10 Jahre
Für wen ist die Impfung empfohlen?
- Alle Menschen lebenslang (Tetanus, Diphtherie)
- Pertussis: alle Erwachsenen einmal als Tdap
- Enge Kontakte von Neugeborenen (Eltern, Großeltern, Betreuende), wenn letzte Pertussis-Impfung >10 J
- Beschäftigte in Gesundheitswesen und Kita
Wer sollte nicht oder erst später geimpft werden?
- Akute schwere, fieberhafte Erkrankung (>38,5 °C) – verschieben
- Anaphylaxie auf eine frühere Dosis oder einen Bestandteil
- Pertussis-Anteil: Enzephalopathie unklarer Ursache innerhalb 7 Tagen nach früherer Pertussis-Impfung
- Kein Grund zu verzichten: Bagatellinfekt, Antikoagulation (i.m. mit feiner Kanüle, 2 Min. Druck)
Mögliche Impfreaktionen
Häufig
- Rötung, Schwellung, Schmerz an der Einstichstelle (1–3 Tage)
- Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichtes Unwohlsein
Gelegentlich
- Fieber
- Großflächige Schwellung des ganzen Oberarms (meist nach vielen Vorimpfungen)
Sehr selten
- Zu kurze Abstände: starke Lokalreaktion (Arthus-Typ) möglich
- Sehr selten: Anaphylaxie, Plexus-brachialis-Neuritis
Was nach der Impfung zu beachten ist
- 15 Minuten in der Praxis bleiben
- Am Impftag keine Hochleistung im Sport
- Impfung im Impfpass eintragen lassen; nächste Auffrischung in 10 Jahren
- Schwangere: Antikörper gehen auf das Baby über – Schutz in den ersten Lebenswochen
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Kassenleistung
Häufige Fragen
Allgemeine Information, ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: STIKO-Empfehlungen 2026. Quelle: Robert Koch-Institut.