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Gesundheit

Darmkrebsvorsorge ab 50: Stuhltest oder Darmspiegelung?

Dr. med. Kathrin Hamann5. Februar 2026 2 Min. Lesezeit

Stilisierter Dickdarm mit Polyp in einem Kreis, Stuhltest-Röhrchen, Endoskop, Frau und Mann um die fünfzig

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland – und eine der wenigen, die sich durch Vorsorge tatsächlich verhindern lässt. Denn Darmkrebs entsteht über Jahre aus gutartigen Polypen. Wer diese Polypen rechtzeitig entfernen lässt, bekommt den Krebs gar nicht erst. Seit April 2025 gelten dafür neue, einfachere Regeln. Hier erklären wir, was Ihnen zusteht und wie Sie sich entscheiden können.

Was die Krankenkasse ab 50 bezahlt

Gesetzlich Versicherte haben ab 50 Jahren die Wahl zwischen zwei Wegen – für Frauen und Männer gleichermaßen:

  • Stuhltest (immunologischer Test auf verstecktes Blut, iFOBT): alle zwei Jahre
  • Darmspiegelung (Koloskopie): zweimal im Abstand von mindestens zehn Jahren

Neu ist, dass auch Frauen die Darmspiegelung bereits ab 50 in Anspruch nehmen können; bisher galt für sie 55. Die Krankenkassen verschicken Einladungen zur Vorsorge – Sie können aber auch ohne Einladung zu uns kommen.

Der Stuhltest: einfach, zu Hause

Sie holen bei uns ein Teströhrchen ab, nehmen zu Hause eine kleine Stuhlprobe und bringen das Röhrchen zurück. Das Labor sucht nach unsichtbaren Blutspuren. Der Test ist schnell erledigt und kostet keine Überwindung. Sein Nachteil: Er findet nur Polypen und Tumoren, die gerade bluten. Deshalb muss er alle zwei Jahre wiederholt werden. Ist der Test auffällig, haben Sie Anspruch auf eine Darmspiegelung – und sollten sie auch machen lassen. Ein auffälliger Test heißt nicht Krebs, aber er muss geklärt werden.

Die Darmspiegelung: gründlich, nur alle zehn Jahre

Bei der Koloskopie betrachtet die Gastroenterologin oder der Gastroenterologe den gesamten Dickdarm von innen. Polypen werden dabei direkt entfernt – das ist der große Vorteil: Die Untersuchung findet nicht nur, sie beugt vor. Ist alles unauffällig, haben Sie zehn Jahre Ruhe.

Was viele abschreckt, ist die Vorbereitung: Am Vortag trinken Sie eine Abführlösung, damit der Darm sauber ist. Das ist lästig, aber machbar. Die Untersuchung selbst erfolgt meist mit einem leichten Schlafmittel; die meisten bekommen davon nichts mit. Wir stellen Ihnen die Überweisung aus und helfen bei der Terminsuche.

Was wir empfehlen

Beide Wege sind gut – der beste Test ist der, den Sie tatsächlich machen. Wer eine Darmspiegelung scheut, sollte wenigstens regelmäßig den Stuhltest machen. Wer Polypen hatte oder bei wem Darmkrebs in der Familie vorkommt, braucht meist frühere und häufigere Kontrollen. Das besprechen wir individuell.

Warnzeichen – unabhängig vom Alter

Vorsorge gilt für Menschen ohne Beschwerden. Bei diesen Zeichen kommen Sie bitte unabhängig von Alter und Vorsorgeplan zu uns:

  • Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl
  • über Wochen veränderte Stuhlgewohnheiten, etwa ein neuer Wechsel von Durchfall und Verstopfung
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Blutarmut im Labor ohne erkennbare Ursache

Dann klären wir die Ursache zeitnah – mit Labor, Ultraschall des Bauches und einer Überweisung zur Spiegelung.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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