Gesundheit
FSME und Zecken: Warum die Impfung in Bayern sinnvoll ist
Dr. med. Kathrin Hamann20. März 2025 2 Min. Lesezeit

Sobald es wärmer als etwa sieben Grad wird, sind Zecken aktiv – in Bayern also oft schon im März. Sie sitzen im Gras, im Unterholz und am Wegrand, nicht auf Bäumen, und werden beim Vorbeistreifen abgestreift. Zwei Krankheiten können sie übertragen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose. Gegen die eine gibt es eine Impfung, gegen die andere nicht. Deshalb lohnt es sich, beide auseinanderzuhalten.
FSME: Virus, keine Behandlung, aber eine Impfung
FSME wird durch ein Virus ausgelöst, das die Zecke beim Stich sofort überträgt. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt oder mit grippeähnlichen Beschwerden. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es nach ein bis zwei Wochen zu einer Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns – mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Nackensteife und Bewusstseinsstörungen. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, bleibende Schäden sind möglich. Mit dem Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf.
Fast ganz Bayern gilt als FSME-Risikogebiet – München und das Umland eingeschlossen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle, die in Risikogebieten leben oder sich dort in der Natur aufhalten. Für Bewohnerinnen und Bewohner von Risikogebieten übernimmt die Krankenkasse die Kosten.
Das Impfschema
- Grundimmunisierung: drei Impfungen – die zweite ein bis drei Monate nach der ersten, die dritte fünf bis zwölf Monate später
- Erste Auffrischung nach drei Jahren
- Danach alle fünf Jahre, ab 60 alle drei Jahre
Wer jetzt beginnt, hat nach zwei Impfungen bereits für die laufende Saison einen guten Schutz. Die Impfung ist gut verträglich; gelegentlich treten Schmerzen an der Einstichstelle oder leichte Abgeschlagenheit auf. Bringen Sie Ihren Impfpass mit – wir prüfen, wann die nächste Dosis fällig ist. Mehr zu unseren Impfungen.
Borreliose: Bakterien, Antibiotika, keine Impfung
Die Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst. Sie werden meist erst übertragen, wenn die Zecke viele Stunden saugt – deshalb ist schnelles Entfernen so wichtig. Typisches Frühzeichen ist die Wanderröte: eine Rötung, die sich Tage bis Wochen nach dem Stich um die Einstichstelle ausbreitet, oft mit blasser Mitte. Dann behandeln wir mit Antibiotika, und die Infektion heilt in der Regel folgenlos aus. Eine Impfung gibt es gegen Borreliose nicht. Eine Blutuntersuchung direkt nach dem Stich ist nicht sinnvoll, weil Antikörper erst Wochen später nachweisbar sind.
Zecke richtig entfernen
- Mit einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte möglichst nah an der Haut greifen
- Langsam und gerade herausziehen, nicht drehen, nicht quetschen
- Kein Öl, kein Klebstoff, kein Nagellack – das reizt die Zecke und erhöht das Infektionsrisiko
- Stichstelle desinfizieren und das Datum notieren
- Die Stelle vier Wochen lang beobachten
Wann Sie zu uns kommen sollten
Bei einer Rötung, die größer wird, bei Fieber, Kopfschmerzen oder Gelenkschmerzen in den Wochen nach einem Zeckenstich – und wenn sich die Zecke nicht vollständig entfernen lässt. Ein zurückgebliebener Rest ist meist harmlos, sollte aber angeschaut werden.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann