Gesundheit
Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
Dr. med. Kathrin Hamann20. Februar 2025 2 Min. Lesezeit

Die Treppe in den zweiten Stock, die früher kein Problem war, lässt Sie jetzt außer Atem. Abends sind die Knöchel geschwollen, nachts müssen Sie öfter zur Toilette, und das Kopfkissen muss höher liegen, damit Sie Luft bekommen. Solche Veränderungen schleichen sich oft über Monate ein und werden auf das Alter geschoben. Dahinter kann eine Herzschwäche stecken – eine Herzinsuffizienz. Sie ist gut behandelbar, wenn man sie erkennt.
Was bei einer Herzschwäche passiert
Das Herz pumpt nicht mehr kräftig genug, um den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Entweder ist der Herzmuskel geschwächt, oder er ist steif geworden und füllt sich schlecht. In beiden Fällen staut sich Blut vor dem Herzen zurück – in die Lunge und in die Beine. Daher kommen Atemnot und Wassereinlagerungen.
Die häufigsten Ursachen sind ein lange bestehender Bluthochdruck, eine koronare Herzkrankheit oder ein früherer Herzinfarkt, Herzklappenfehler und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern.
Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
- Atemnot bei Belastung, die früher nicht da war – später auch in Ruhe oder im Liegen
- Nächtliches Aufwachen mit Luftnot, Schlafen nur mit erhöhtem Oberkörper
- Geschwollene Knöchel und Unterschenkel, besonders abends
- Gewichtszunahme von mehreren Kilo innerhalb weniger Tage – das ist Wasser, nicht Fett
- Anhaltende Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit
- Häufiges Wasserlassen in der Nacht
- Trockener Husten, vor allem im Liegen
Einzelne Beschwerden haben viele Ursachen. Treten mehrere zusammen auf, sollten wir hinsehen.
Was wir in der Praxis abklären
Am Anfang stehen das Gespräch und die körperliche Untersuchung: Wir hören Herz und Lunge ab, prüfen Beine und Halsvenen und messen den Blutdruck. Dazu kommen ein Ruhe-EKG und eine Blutuntersuchung. Ein wichtiger Laborwert ist das NT-proBNP – ein Eiweiß, das das Herz bei Überlastung ausschüttet. Ist es normal, ist eine Herzschwäche unwahrscheinlich. Ist es erhöht, überweisen wir Sie zum Herzultraschall in eine kardiologische Praxis. Dort wird die Pumpfunktion gemessen und die Ursache gesucht. Bei Verdacht auf Rhythmusstörungen ergänzen wir ein Langzeit-EKG.
Wie die Behandlung aussieht
Eine Herzschwäche lässt sich heute gut behandeln. Mehrere Medikamentengruppen entlasten das Herz, senken den Blutdruck und schwemmen überschüssiges Wasser aus. Sie werden schrittweise eingestellt – das braucht einige Wochen und mehrere Kontrolltermine. Genauso wichtig ist, was Sie selbst tun:
- Täglich morgens wiegen und das Gewicht notieren. Nimmt es in drei Tagen um mehr als zwei Kilo zu, melden Sie sich bei uns.
- Salz sparsam verwenden, Trinkmenge nach Absprache
- Regelmäßige, moderate Bewegung – Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen
- Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken, weil Infekte das Herz belasten
- Medikamente nicht eigenmächtig absetzen
Langfristig begleitet
Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche sehen wir regelmäßig: Gewicht, Blutdruck, Nierenwerte und Kalium im Blick, Medikamente anpassen, Verschlechterungen früh erkennen. Mehr dazu auf unserer Seite Chronische Erkrankungen. Wenn Ihre Beine geschwollen sind, ohne dass das Herz die Ursache ist, lesen Sie auch unseren Beitrag Geschwollene Beine und Knöchel – was ist da los?.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann