Zum Inhalt springen
Praxis im Chalet
← Lexikon der Gesundheit

Gesundheit

Heuschnupfen: Wenn Hasel, Erle und Birke die Nase kitzeln

Dr. med. Kathrin Hamann6. März 2025 2 Min. Lesezeit

Frau niest in ein Taschentuch, Hasel- und Birkenzweige mit Kätzchen geben Pollen ab

Die Nase läuft, die Augen jucken, morgens sind sie verklebt – und das schon im Februar? Dann sind vermutlich nicht Erkältungsviren schuld, sondern die Frühblüher. Hasel und Erle schicken ihre Pollen in milden Wintern bereits ab Januar los, die Birke folgt im März und April. Wer darauf allergisch reagiert, hat oft wochenlang Beschwerden, bevor der Frühling richtig begonnen hat.

Erkältung oder Allergie?

Beides kann sich ähnlich anfühlen. Es gibt aber Unterschiede:

  • Allergischer Schnupfen ist wässrig und klar, Niesanfälle kommen in Serien
  • Die Augen jucken und tränen – bei einer Erkältung selten
  • Kein Fieber, kein Krankheitsgefühl
  • Beschwerden sind draußen stärker, bei Regen schwächer und kehren jedes Jahr zur selben Zeit wieder
  • Eine Erkältung ist nach ein bis zwei Wochen vorbei, Heuschnupfen hält an, solange die Pollen fliegen

Was Sie selbst tun können

  • Pollenflugvorhersage beachten und an Tagen mit hoher Belastung Sport ins Haus verlegen
  • Abends die Haare waschen, damit keine Pollen ins Kopfkissen gelangen
  • Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ablegen
  • In der Stadt morgens lüften, auf dem Land abends – die Pollenkonzentration ist dann jeweils niedriger
  • Nasendusche mit Salzlösung, sie spült Pollen aus der Nase
  • Pollenschutzgitter am Fenster und Pollenfilter im Auto

Welche Medikamente helfen

Antihistaminika in Tablettenform lindern Niesen, Juckreiz und laufende Nase. Moderne Wirkstoffe machen kaum noch müde. Kortisonhaltige Nasensprays wirken bei verstopfter Nase am besten, brauchen aber einige Tage, bis die volle Wirkung einsetzt – deshalb lieber früh beginnen und regelmäßig anwenden. Bei Augenbeschwerden helfen antiallergische Augentropfen. Abschwellende Nasensprays sollten Sie höchstens eine Woche benutzen, sonst gewöhnt sich die Nasenschleimhaut daran.

Wann ein Allergietest sinnvoll ist

Wenn unklar ist, worauf Sie reagieren, oder wenn die Beschwerden stark sind, lohnt sich ein Test. Entweder prüfen wir die Reaktion auf der Haut (Pricktest) oder wir bestimmen spezifische Antikörper im Blut. Das Ergebnis zeigt, welche Pollen die Beschwerden auslösen – und ob eine Hyposensibilisierung infrage kommt.

Hyposensibilisierung: die Ursache behandeln

Bei starken Beschwerden über mehrere Jahre kann eine Hyposensibilisierung sinnvoll sein. Dabei wird das Immunsystem über etwa drei Jahre mit kleinen Mengen des Allergens – als Spritze oder Tablette – an die Pollen gewöhnt. Viele Patientinnen und Patienten haben danach deutlich weniger Beschwerden und brauchen weniger Medikamente.

Warum Sie Heuschnupfen nicht aussitzen sollten

Ein unbehandelter Heuschnupfen kann sich über die Jahre von der Nase auf die Bronchien ausbreiten – Fachleute nennen das Etagenwechsel. Aus dem Schnupfen wird dann ein allergisches Asthma mit Husten und Atemnot. Wer bei Pollenflug pfeifend atmet oder nachts hustet, sollte das bei uns abklären lassen, zum Beispiel mit einer Lungenfunktionsprüfung. Mehr dazu in unserem Beitrag Asthma: Eine Herausforderung für Jung und Alt. Und wer erst im Spätsommer Beschwerden hat, sollte an Ambrosia denken.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Mein Doktor online Route