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Gesundheit

Husten, der nicht aufhört: Wann aus einer Erkältung mehr wird

Dr. med. Kathrin Hamann6. November 2025 2 Min. Lesezeit

Mann hustet in die Armbeuge, Lunge mit Bronchien in einem Kreis, Spirometer und Tasse Tee

Die Erkältung ist längst vorbei, aber der Husten bleibt. Viele Patientinnen und Patienten kommen in den Wintermonaten mit genau dieser Frage zu uns: Ist das noch normal? Meistens ja. Manchmal steckt aber mehr dahinter. In diesem Beitrag erklären wir, wie lange Husten nach einem Infekt dauern darf, welche Ursachen bei länger anhaltendem Husten infrage kommen und wann Sie sich bei uns vorstellen sollten.

Wie lange ist normal?

Ärztinnen und Ärzte teilen Husten nach seiner Dauer ein:

  • Akuter Husten dauert bis zu drei Wochen. Fast immer steckt ein Virusinfekt dahinter – eine Erkältung oder Grippe.
  • Subakuter Husten dauert drei bis acht Wochen. Häufig handelt es sich um einen Reizhusten nach dem Infekt: Die Schleimhaut der Bronchien ist noch gereizt, obwohl die Viren längst weg sind.
  • Chronischer Husten dauert länger als acht Wochen. Dann sollte die Ursache abgeklärt werden.

Ein Husten, der nach drei Wochen langsam weniger wird, ist also kein Grund zur Sorge. Ein Husten, der nach acht Wochen unverändert da ist, schon eher.

Häufige Ursachen bei chronischem Husten

Bei länger anhaltendem Husten finden wir meist eine dieser Ursachen:

  • Asthma: Husten vor allem nachts oder bei Anstrengung, oft mit pfeifender Atmung. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Asthma.
  • COPD: Die chronische Bronchitis der Raucherinnen und Raucher. Morgendlicher Husten mit Auswurf, später Atemnot bei Belastung.
  • Reflux: Magensäure reizt Speiseröhre und Rachen. Typisch ist Husten im Liegen oder nach dem Essen, oft ohne Sodbrennen.
  • Schleim aus den Nebenhöhlen: Sekret läuft hinten im Rachen hinunter und löst Hustenreiz aus, besonders morgens.
  • Medikamente: Manche Blutdruckmittel, die ACE-Hemmer, verursachen bei einem Teil der Patientinnen und Patienten einen trockenen Reizhusten – auch nach Jahren der Einnahme.

Seltener stecken andere Lungenerkrankungen dahinter. Auch das klären wir ab, wenn der Verlauf nicht passt.

Warnzeichen: Bitte zeitnah zu uns

Unabhängig von der Dauer sollten Sie sich bei diesen Zeichen bald bei uns vorstellen:

  • Blut im Auswurf
  • Atemnot oder Schmerzen in der Brust
  • Fieber über mehrere Tage
  • ungewollter Gewichtsverlust oder Nachtschweiß
  • Husten, der nach einer Besserung wieder deutlich schlimmer wird

So klären wir das ab

Am Anfang steht das Gespräch: Seit wann husten Sie, wann am Tag, mit oder ohne Auswurf, rauchen Sie, welche Medikamente nehmen Sie? Dann hören wir Herz und Lunge ab. Eine Lungenfunktionsprüfung können wir direkt in der Praxis machen – sie zeigt, ob die Bronchien verengt sind. Bei Bedarf kommen Laborwerte dazu. Ist ein Röntgenbild der Lunge nötig, überweisen wir Sie dafür.

Was Sie selbst tun können

  • Viel trinken, damit sich der Schleim löst.
  • Für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer sorgen.
  • Hustenstiller nur nachts und nur für wenige Tage, damit Sie schlafen können.
  • Schleimlöser helfen nur begrenzt – sie schaden aber auch nicht.
  • Wer raucht: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt aufzuhören. Wir unterstützen Sie dabei.

Und: Wer sich im Herbst gegen Grippe impfen lässt, hat seltener einen langwierigen Husten.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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