Gesundheit
Impfungen ab 60: Pneumokokken, Gürtelrose, RSV
Dr. med. Kathrin Hamann9. Oktober 2025 2 Min. Lesezeit

Mit dem 60. Geburtstag ändert sich etwas im Impfpass: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt ab diesem Alter zusätzliche Impfungen, weil das Immunsystem mit den Jahren langsamer reagiert und Infektionen schwerer verlaufen. Drei dieser Impfungen fehlen in vielen Impfpässen, die wir in der Sprechstunde sehen: gegen Pneumokokken, gegen Gürtelrose und gegen RSV. Hier erklären wir, worum es geht.
Pneumokokken: Schutz vor Lungenentzündung
Pneumokokken sind Bakterien, die Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen auslösen können. Ältere Menschen erkranken häufiger und schwerer. Die STIKO empfiehlt die Impfung einmalig ab 60 Jahren mit einem Konjugatimpfstoff (PCV20). Wer eine chronische Erkrankung von Herz, Lunge oder Niere, Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte sich schon früher impfen lassen. Eine Auffrischung ist nach der Impfung mit diesem Impfstoff derzeit nicht vorgesehen.
Gürtelrose: das schlafende Virus
Wer als Kind Windpocken hatte – und das sind fast alle –, trägt das Virus lebenslang in sich. Mit nachlassender Abwehr kann es wieder aktiv werden und verursacht die Gürtelrose: einen schmerzhaften Hautausschlag mit Bläschen, meist auf einer Körperseite. Bei einem Teil der Betroffenen bleiben die Nervenschmerzen über Monate oder Jahre bestehen. Die Impfung mit dem Totimpfstoff schützt davor zuverlässig. Sie besteht aus zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten und wird ab 60 Jahren empfohlen, bei Grunderkrankungen bereits ab 50. Auch wer schon einmal eine Gürtelrose hatte, kann und sollte sich impfen lassen.
RSV: nicht nur ein Kindervirus
Das Respiratorische Synzytial-Virus kennen viele von Säuglingen. Bei älteren Menschen verursacht es jeden Winter schwere Atemwegsinfektionen bis hin zur Lungenentzündung. Die STIKO empfiehlt die einmalige Impfung für alle ab 75 Jahren sowie für Menschen zwischen 60 und 74 mit schweren Grunderkrankungen oder in Pflegeeinrichtungen. Der beste Zeitpunkt ist der frühe Herbst, vor Beginn der RSV-Saison.
Und die Klassiker
Dazu kommen die Impfungen, die in jedem Alter gelten: die jährliche Grippeimpfung und die Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre, einmal davon mit Keuchhusten-Anteil. Wer nach 1970 geboren ist und keinen Nachweis über zwei Masernimpfungen hat, braucht einmalig eine Masernimpfung.
Alles Kassenleistung
Alle genannten Impfungen sind von der STIKO empfohlen und werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Mehrere Impfungen an einem Tag sind möglich – wir verteilen sie auf beide Arme. Ein schmerzender Arm oder leichte Abgeschlagenheit für ein, zwei Tage sind normale Impfreaktionen – bei der Gürtelrose-Impfung treten sie etwas häufiger auf als bei anderen.
So geht es weiter
Bringen Sie Ihren Impfpass mit in die Sprechstunde. Wir prüfen, was fehlt, und erstellen gemeinsam einen Plan. Nicht alles muss auf einmal geschehen – oft verteilen wir die Impfungen auf zwei oder drei Besuche, die sich mit ohnehin anstehenden Terminen verbinden lassen. Einen Überblick über alle Impfungen finden Sie auf unserer Seite Impfungen.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann