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Gesundheit

Die Reiseapotheke: Was wirklich hineingehört

Dr. med. Kathrin Hamann5. Juni 2025 2 Min. Lesezeit

Geöffnete Reiseapotheke mit Tabletten, Pflastern, Thermometer und Sonnencreme neben Koffer und Globus

Die Koffer sind fast gepackt, der Flug ist gebucht – und die Reiseapotheke? Viele Patientinnen und Patienten nehmen entweder viel zu viel mit oder vergessen genau das, was unterwegs gebraucht wird. Eine gute Reiseapotheke ist klein, auf das Reiseziel abgestimmt und enthält vor allem die eigenen Dauermedikamente. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was wirklich hineingehört und was Sie getrost zu Hause lassen können.

Die Grundausstattung für jede Reise

  • Schmerz- und Fiebermittel, zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol
  • Elektrolytpulver gegen Flüssigkeitsverlust bei Durchfall – wichtiger als jedes Stopfmittel
  • Ein Mittel gegen Durchfall (Loperamid) für Notfälle, etwa eine lange Busfahrt
  • Etwas gegen Übelkeit und Reisekrankheit
  • Wunddesinfektion, Pflaster in verschiedenen Größen, eine kleine Mullbinde, Pinzette
  • Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und eine Creme für den Sonnenbrand
  • Insektenschutzmittel, dazu ein Gel gegen Juckreiz nach Stichen
  • Fieberthermometer

Ihre eigenen Medikamente sind das Wichtigste

Wer dauerhaft Medikamente nimmt – gegen Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüse oder Asthma –, packt den Vorrat für die gesamte Reise ein, plus eine Reserve für ein paar Tage. Flüge verspäten sich, Koffer gehen verloren. Verteilen Sie die Medikamente deshalb auf Handgepäck und Koffer.

Nehmen Sie den aktuellen Medikationsplan mit, am besten mit den Wirkstoffnamen, denn Handelsnamen unterscheiden sich von Land zu Land. Für bestimmte Medikamente, etwa starke Schmerzmittel oder Betäubungsmittel, brauchen Sie für den Zoll eine ärztliche Bescheinigung. Sprechen Sie uns rechtzeitig vor der Abreise an, wir stellen sie aus.

Je nach Reiseziel kommt etwas dazu

Für Fernreisen in warme Länder reicht die Grundausstattung nicht immer. Bei Reisen in Malariagebiete beraten wir Sie, ob eine Prophylaxe sinnvoll ist und welche Tabletten zu Ihnen passen – das hängt vom Reiseziel, der Reisezeit und Ihren Vorerkrankungen ab.

Auch Reiseimpfungen gehören zur Vorbereitung. Planen Sie dafür sechs bis acht Wochen ein, weil manche Impfungen mehrere Dosen brauchen. Was im Einzelnen empfohlen wird, lesen Sie in unserem Beitrag zu Reiseimpfungen und auf unserer Seite zu Impfungen und Reiseberatung.

Reisedurchfall vermeiden

Der häufigste Grund, warum Urlauber krank werden, ist der Magen. In Ländern mit unsicherem Trinkwasser gilt: nur gekochte, gebratene oder selbst geschälte Lebensmittel essen, Wasser aus verschlossenen Flaschen trinken, auf Eiswürfel verzichten. Kommt es trotzdem zu Durchfall, hilft vor allem viel Flüssigkeit mit Salz und Zucker. Stopfmittel nehmen Sie nur kurz und nicht bei Fieber oder Blut im Stuhl.

Was Sie zu Hause lassen können

Antibiotika auf Vorrat sind in den meisten Fällen nicht nötig und führen oft zu falscher Anwendung. Auch große Mengen Verbandmaterial brauchen Sie selten – in fast allen Urlaubsländern gibt es Apotheken. Bewahren Sie die Reiseapotheke kühl und trocken auf, nicht im heißen Auto, und prüfen Sie vor jeder Reise die Haltbarkeit.

Wenn Sie unsicher sind, was für Ihr Reiseziel sinnvoll ist, bringen Sie Ihre Liste einfach mit in die Sprechstunde. Wir gehen sie gemeinsam durch.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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