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Herbstferien in Bayern: Unsere Praxis ist geöffnet. Notfall-Sprechstunde Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November 2026. Freitag, 6. November geschlossen. Im Notfall: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, bei Lebensgefahr 112. Rezepte, Krankschreibungen und Fragen über Mein Doktor Online.

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Gesundheit

Arbeitsunfähigkeit und eAU: Fristen, Regeln, Ablauf

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 3 Min. Lesezeit

Eine Ärztin bespricht mit einem erkrankten Patienten die Krankschreibung, ergänzt durch kreisförmige Detailansichten eines Kalenders und einer geschützten digitalen Übermittlung.

Wenn Sie krank sind, sollte Ihre Genesung an erster Stelle stehen. Trotzdem gibt es bei der Krankmeldung einige Regeln zu beachten. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz eAU, erleichtert vieles – sie ersetzt aber nicht Ihre eigene Nachricht an den Arbeitgeber.

Was Arbeitsunfähigkeit bedeutet

Arbeitsunfähig sind Sie, wenn Sie Ihre berufliche Tätigkeit wegen einer Erkrankung nicht ausüben können oder die Arbeit Ihre Erkrankung voraussichtlich verschlimmern würde. Entscheidend sind deshalb nicht nur die Beschwerden, sondern auch Ihre Aufgaben am Arbeitsplatz. Mit einer verletzten Hand kann beispielsweise eine Pflegekraft anders eingeschränkt sein als jemand mit reiner Schreibtischtätigkeit.

Eine Krankschreibung ist kein allgemeines Ausgehverbot. Erlaubt ist, was Ihrer Genesung nicht schadet. Ein ruhiger Spaziergang kann sinnvoll sein, körperliche Schwerarbeit dagegen nicht.

Welche Beschwerden eine Krankschreibung nötig machen können

Häufige Gründe sind Infekte mit Fieber, Erbrechen und Durchfall, starke Schmerzen oder psychische Beschwerden. Auch ausgeprägte Erschöpfung, Schlafmangel oder Konzentrationsstörungen können die Arbeit unmöglich oder unsicher machen.

Beschreiben Sie uns möglichst genau, was Sie belastet und welche Tätigkeiten Sie ausführen. Gerade bei Fahrdiensten, Maschinenarbeit oder engem Kontakt mit gefährdeten Menschen ist das wichtig. Nicht jede Erkrankung führt automatisch zur Arbeitsunfähigkeit.

Welche Fristen Sie beachten müssen

  • Arbeitgeber sofort informieren: Melden Sie Ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich, möglichst vor Arbeitsbeginn. Ihre Diagnose müssen Sie normalerweise nicht mitteilen.
  • Bescheinigung rechtzeitig einholen: Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, ist spätestens am darauffolgenden Arbeitstag eine ärztliche Bescheinigung erforderlich. Wochenenden und Feiertage zählen bei den drei Kalendertagen mit.
  • Betriebliche Regeln prüfen: Der Arbeitgeber darf eine Bescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag verlangen.
  • Verlängerung frühzeitig klären: Sind Sie weiterhin krank, melden Sie sich rechtzeitig erneut bei uns und informieren Sie auch Ihren Arbeitgeber.

Bei laufendem Krankengeld ist eine lückenlose ärztliche Feststellung besonders wichtig. Die weitere Arbeitsunfähigkeit muss grundsätzlich spätestens am nächsten Werktag nach dem bescheinigten Ende festgestellt werden; Samstage zählen hierbei nicht als Werktage. Vereinbaren Sie den Termin sicherheitshalber vor Ablauf.

Eine rückwirkende Krankschreibung ist nur ausnahmsweise nach sorgfältiger Prüfung möglich, in der Regel höchstens für drei Tage. Verlassen Sie sich deshalb nicht darauf.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Bei starken Brustschmerzen, schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit oder plötzlich auftretenden Lähmungen rufen Sie 112. Die Krankschreibung ist dann nebensächlich.

Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der regulären Praxisversorgung hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Er ist nicht für rein organisatorische Fragen zur eAU gedacht. Mehr Orientierung finden Sie unter 112, 116117 oder Praxis? Wer wann für Sie da ist.

Was wir in der Praxis tun

Wir besprechen Ihre Beschwerden, deren Verlauf und die Anforderungen Ihrer Arbeit. Je nach Situation folgt eine körperliche Untersuchung oder weitere Diagnostik. Anschließend entscheiden wir, ob und wie lange eine Arbeitsunfähigkeit medizinisch begründet ist.

Bei gesetzlich Versicherten übermitteln wir die eAU in der Regel elektronisch an die Krankenkasse. Der Arbeitgeber ruft die benötigten Angaben dort ab. Ihre Diagnose erhält er dabei nicht. Sie selbst müssen ihn weiterhin über Ihre Abwesenheit informieren.

Für privat Versicherte, Beschäftigte in Privathaushalten und bestimmte weitere Fälle gelten andere Abläufe. Auch technische Störungen können einen Papiernachweis nötig machen. Fragen Sie im Zweifel nach, welche Unterlagen Sie weitergeben müssen.

Eine telefonische Krankschreibung kommt unter bestimmten Voraussetzungen infrage: etwa bei einer uns bekannten Person mit nicht schweren Beschwerden, wenn eine Videosprechstunde nicht möglich ist. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Einzelheiten erklärt unser Artikel Telefonische Krankschreibung: Wann das geht – und wann nicht.

Was Sie selbst tun können

  • Halten Sie Ihre Gesundheitskarte und Angaben zum Beginn der Beschwerden bereit.
  • Notieren Sie, bis wann Ihre aktuelle Bescheinigung gilt.
  • Bewahren Sie Ihren Nachweis auf und klären Sie Unstimmigkeiten zeitnah.
  • Gönnen Sie sich die nötige Erholung und halten Sie vereinbarte Kontrolltermine ein.

Zusammenfassung

Die eAU spart Papier, aber nicht die Krankmeldung beim Arbeitgeber. Melden Sie sich frühzeitig, beachten Sie betriebliche Vorgaben und kümmern Sie sich rechtzeitig um eine nötige Verlängerung. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Beschwerden einzuordnen und den passenden Weg zur Genesung zu finden.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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