Gesundheit
Blutdruck richtig messen zu Hause: Die häufigsten Fehler
Dr. med. Kathrin Hamann8. Mai 2025 2 Min. Lesezeit

„Zu Hause ist mein Blutdruck immer normal, nur bei Ihnen ist er hoch." Diesen Satz hören wir oft. Manchmal stimmt er – der Praxisblutdruck ist bei vielen Menschen durch Aufregung erhöht. Manchmal liegt es aber an der Messung zu Hause. Richtig gemessene Heimwerte sind für uns sehr wertvoll: Sie zeigen, ob ein Bluthochdruck wirklich besteht und ob die Medikamente wirken. Falsch gemessene Werte führen dagegen in die Irre. Hier die häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden.
Fehler 1: Direkt nach dem Aufstehen oder nach dem Kaffee
Vor der Messung sollten Sie fünf Minuten ruhig sitzen. In der halben Stunde davor keinen Kaffee, keinen schwarzen Tee, keine Zigarette und keinen Sport. Auch eine volle Blase treibt den Wert nach oben.
Fehler 2: Die falsche Haltung
Sitzen Sie auf einem Stuhl mit Rückenlehne, beide Füße auf dem Boden, Beine nicht übereinandergeschlagen. Der Arm liegt entspannt auf dem Tisch, die Manschette befindet sich auf Herzhöhe. Hängt der Arm herunter, ist der Wert zu hoch; liegt er zu hoch, ist der Wert zu niedrig.
Fehler 3: Die falsche Manschette
Eine zu schmale Manschette misst zu hohe Werte, eine zu weite zu niedrige. Auf der Verpackung steht, für welchen Oberarmumfang die Manschette passt – messen Sie nach. Oberarmgeräte sind genauer als Handgelenkgeräte. Wenn Sie ein Handgelenkgerät nutzen, muss das Handgelenk während der Messung auf Herzhöhe gehalten werden.
Fehler 4: Sprechen und bewegen
Während der Messung nicht sprechen, nicht aufs Handy schauen, nicht die Beine bewegen. Das klingt streng, verändert den Wert aber spürbar.
Fehler 5: Nur einmal messen
Messen Sie zweimal im Abstand von einer Minute und notieren Sie beide Werte – oder den Mittelwert. Der erste Wert ist oft etwas höher.
Fehler 6: Nach der Tablette messen
Für die Beurteilung zählt der Blutdruck morgens vor der Einnahme der Medikamente und abends vor dem Schlafengehen. So sehen wir, ob die Wirkung über den Tag reicht.
Fehler 7: Nur messen, wenn es Ihnen schlecht geht
Wer nur bei Kopfschmerzen oder Aufregung misst, sammelt nur hohe Werte. Sinnvoll ist ein Messprotokoll über sieben Tage vor dem Praxistermin: morgens und abends je zwei Messungen. Den ersten Tag lassen wir bei der Auswertung weg. Bringen Sie das Protokoll oder das Gerät mit.
Welche Werte normal sind
Zu Hause gelten dauerhafte Werte ab 135/85 mmHg als erhöht – die Grenze liegt etwas niedriger als in der Praxis (140/90), weil die Aufregung wegfällt. Einzelne hohe Werte sind kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist der Durchschnitt über mehrere Tage. Bei Werten über 180/110 mit Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Brustschmerz rufen Sie bitte sofort den Notruf 112.
Wenn die Werte nicht zusammenpassen
Weichen Praxis- und Heimwerte stark voneinander ab, hilft die Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden. Ein Gerät misst automatisch Tag und Nacht – auch im Schlaf, wo der Blutdruck absinken sollte. Grundlegendes zum Bluthochdruck lesen Sie in unserem Beitrag Bluthochdruck – ein stiller Risikofaktor.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann