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Gesundheit

EKG erklärt: Ruhe-EKG und Langzeit-EKG

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 4 Min. Lesezeit

Eine Illustration zeigt eine ältere Patientin beim Ruhe-EKG sowie kreisförmige Detailansichten einer Klebeelektrode und eines tragbaren Langzeit-EKG-Geräts.

Ihr Herz schlägt jeden Tag viele Tausend Mal – meist, ohne dass Sie es bemerken. Kleine elektrische Impulse geben dabei den Takt vor. Ein EKG zeichnet diese Signale auf und hilft uns, Herzrhythmus und Reizleitung zu beurteilen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und kommt ohne Strahlung aus.

Was ein EKG sichtbar macht

EKG steht für Elektrokardiogramm, also die Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Dafür werden kleine Kontakte, sogenannte Elektroden, auf die Haut gesetzt. Sie messen die Signale des Herzens; es wird kein Strom in Ihren Körper geleitet.

Die entstehenden Kurven zeigen, wie schnell und regelmäßig das Herz schlägt. Auch Störungen bei der Weiterleitung der Impulse können erkennbar sein. Ein EKG kann außerdem Hinweise auf eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels oder Veränderungen durch Medikamente und Blutsalze geben.

Wichtig ist: Ein unauffälliges EKG schließt nicht jede Herzerkrankung aus. Es zeigt weder die Herzklappen noch direkt die Pumpkraft. Auch ein Herzinfarkt lässt sich mit einem einzelnen unauffälligen EKG nicht sicher ausschließen.

Bei welchen Beschwerden ein EKG hilft

Ein EKG kann sinnvoll sein, wenn Sie beispielsweise Folgendes bemerken:

  • Herzrasen oder einen ungewöhnlich langsamen Puls
  • Herzstolpern oder einen unregelmäßigen Herzschlag
  • wiederkehrenden Schwindel oder kurze Bewusstlosigkeit
  • Druckgefühl im Brustkorb oder Atemnot
  • einen unerklärlichen Leistungsknick

Nicht jedes Stolpern bedeutet eine gefährliche Erkrankung. Einzelne zusätzliche Herzschläge kommen auch bei gesunden Menschen vor. Ein unregelmäßiger Puls kann aber etwa auf Vorhofflimmern: Wenn das Herz aus dem Takt gerät hinweisen. Deshalb fragen wir genau nach: Wann tritt es auf, wie lange dauert es und welche Beschwerden kommen hinzu?

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Rufen Sie 112, wenn starke oder anhaltende Brustschmerzen, Druck auf der Brust, schwere Atemnot, kalter Schweiß oder ein Kreislaufzusammenbruch auftreten. Das gilt auch bei Herzrasen mit Brustschmerz, ausgeprägter Schwäche oder drohender Ohnmacht. Warten Sie dann nicht auf einen EKG-Termin und fahren Sie nicht selbst.

Neue oder zunehmende Beschwerden ohne solche Warnzeichen sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Ist unsere Praxis nicht erreichbar und kann die Abklärung nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Eine Orientierung bietet auch 112, 116117 oder Praxis? Wer wann für Sie da ist.

Was wir in der Praxis tun

Am Anfang stehen das Gespräch, die körperliche Untersuchung und ein Blick auf Ihre Medikamente. Je nach Beschwerden können Blutuntersuchungen hinzukommen, etwa auf Blutsalze oder Schilddrüsenwerte. Danach entscheiden wir, welche Aufzeichnung sinnvoll ist.

Beim Ruhe-EKG liegen Sie entspannt auf einer Untersuchungsliege. Für die übliche Aufzeichnung werden zehn Elektroden an Brustkorb, Armen und Beinen angebracht. Die eigentliche Messung dauert nur wenige Sekunden, mit Vorbereitung insgesamt meist wenige Minuten. Währenddessen sollten Sie möglichst ruhig liegen und nicht sprechen.

Das Ruhe-EKG ist eine Momentaufnahme. Tritt eine Rhythmusstörung nur gelegentlich auf, kann sie dabei unentdeckt bleiben.

Beim Langzeit-EKG tragen Sie ein kleines Aufnahmegerät mit Klebeelektroden am Brustkorb. Es zeichnet den Herzrhythmus meist über 24 Stunden, je nach Fragestellung auch länger, im Alltag und im Schlaf auf. So können wir nach vorübergehendem Herzrasen, zusätzlichen Schlägen oder längeren Pausen suchen.

Anschließend werten wir die Aufzeichnung aus und besprechen den Befund mit Ihnen. Wenn Beschwerden nur selten auftreten, kann trotz unauffälligem Ergebnis eine längere Aufzeichnung oder eine kardiologische Abklärung nötig sein. Ein Langzeit-EKG misst übrigens nicht den Blutdruck – dafür gibt es eine eigene Untersuchung.

Was Sie selbst tun können

Für ein EKG müssen Sie normalerweise nicht nüchtern sein. Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein, sofern wir nichts anderes vereinbart haben.

  • Tragen Sie Kleidung, bei der der Brustkorb gut zugänglich ist.
  • Verzichten Sie vorher möglichst auf Körpercreme am Brustkorb. So haften die Elektroden besser.
  • Gestalten Sie den Tag mit Langzeit-EKG möglichst wie gewohnt, ohne Beschwerden absichtlich zu provozieren.
  • Notieren Sie Beschwerden, Uhrzeit und Tätigkeit möglichst genau, beispielsweise „Herzstolpern beim Treppensteigen“.
  • Halten Sie sich an unsere Hinweise zum Gerät. Duschen, Baden und Schwimmen sind mit vielen Geräten nicht erlaubt.
  • Melden Sie gelöste Elektroden oder technische Probleme. Bei Warnzeichen gilt unabhängig vom laufenden EKG: 112 rufen.

Zusammenfassung

Das Ruhe-EKG zeigt die elektrische Herzaktivität für einen kurzen Moment. Das Langzeit-EKG begleitet Sie durch den Alltag und kann vorübergehende Rhythmusstörungen erfassen. Beide Untersuchungen sind schmerzfrei und ergänzen das Gespräch und die körperliche Untersuchung. Gemeinsam klären wir, welche Untersuchung zu Ihren Beschwerden passt.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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