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Gesundheit

Vorhofflimmern: Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Dr. med. Kathrin Hamann18. Dezember 2025 2 Min. Lesezeit

Herz mit unregelmäßiger Pulslinie, Handgelenk beim Pulsfühlen in einem Kreis, Langzeit-EKG-Gerät

Das Herz stolpert, rast kurz, setzt aus – und manchmal merkt man gar nichts. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung überhaupt, und sie wird mit dem Alter immer häufiger. Gefährlich ist weniger das Flimmern selbst als seine Folge: ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko. Die gute Nachricht: Wer sein Vorhofflimmern kennt, kann sich schützen.

Was passiert beim Vorhofflimmern?

Normalerweise gibt der Sinusknoten im rechten Vorhof den Takt vor, regelmäßig und ruhig. Beim Vorhofflimmern kreisen in den Vorhöfen ungeordnete elektrische Impulse. Die Vorhöfe ziehen sich nicht mehr geordnet zusammen, sondern zittern nur noch. Die Herzkammern schlagen dadurch unregelmäßig und oft zu schnell.

Wer ist gefährdet?

Das Risiko steigt mit dem Alter. Dazu kommen Bluthochdruck, eine Herzschwäche, eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Schlafapnoe, Übergewicht und Alkohol. Gerade in der Zeit um Weihnachten und Silvester sehen wir Patientinnen und Patienten, bei denen das Herz nach einem feuchtfröhlichen Abend aus dem Takt geraten ist.

Woran Sie es merken – oder auch nicht

Typische Beschwerden sind Herzstolpern, ein unregelmäßiger, oft schneller Puls, ein Leistungsknick, Schwindel oder Atemnot bei Belastung. Viele Betroffene spüren jedoch nichts. Das Flimmern wird dann zufällig entdeckt – beim Blutdruckmessen, durch die Smartwatch oder leider erst nach einem Schlaganfall.

Warum Vorhofflimmern gefährlich ist

In den zitternden Vorhöfen fließt das Blut langsamer. Es können sich Gerinnsel bilden, die mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen und dort ein Gefäß verschließen. Das Schlaganfallrisiko ist bei Vorhofflimmern etwa fünffach erhöht. Deshalb ist die wichtigste Frage bei jeder Diagnose: Braucht diese Patientin, dieser Patient eine Blutverdünnung?

So finden wir es

Der erste Schritt ist einfach: Wir tasten Ihren Puls. Ist er unregelmäßig, machen wir ein Ruhe-EKG. Tritt das Flimmern nur zeitweise auf, legen wir ein Langzeit-EKG an, das den Herzrhythmus 24 Stunden lang aufzeichnet – direkt in unserer Praxis, mehr dazu unter EKG & Langzeitmessungen. Moderne Blutdruckmessgeräte und Smartwatches melden unregelmäßige Herzschläge. Das ist ein nützlicher Hinweis, aber kein Beweis: Bestätigen muss immer ein EKG.

Behandlung: drei Bausteine

  • Schlaganfall verhindern: Je nach Risiko – Alter, Bluthochdruck, Diabetes, Herzschwäche, ein früherer Schlaganfall – verordnen wir einen Gerinnungshemmer. Heute sind das meist die sogenannten DOAK, die keine regelmäßigen Gerinnungskontrollen brauchen.
  • Herzfrequenz bremsen: Schlägt das Herz zu schnell, helfen zum Beispiel Betablocker.
  • Rhythmus wiederherstellen: Eine Kardioversion oder eine Ablation, bei der die störenden Leitungsbahnen verödet werden, führt die Kardiologie durch. Wir überweisen Sie und besprechen das Ergebnis anschließend mit Ihnen.

Dazu gehört immer, die Ursachen anzugehen: Blutdruck einstellen, Schilddrüse behandeln, Alkohol reduzieren, Gewicht und Schlaf im Blick behalten.

Eine Bitte

Setzen Sie einen Gerinnungshemmer nie eigenmächtig ab – auch nicht, weil das Herz wieder ruhig schlägt. Der Schutz vor einem Schlaganfall hängt daran. Wenn etwas unklar ist, sprechen Sie mit uns.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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