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Gesundheit

Fieber bei Erwachsenen: Wann zum Arzt?

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 4 Min. Lesezeit

Eine ältere Frau misst auf dem Sofa ihre Temperatur, ergänzt durch kreisförmige Detailansichten eines Ohrthermometers und einer Hand mit einem Wasserglas.

Sie fühlen sich heiß, frösteln und sind ungewöhnlich erschöpft? Fieber ist meist ein Zeichen dafür, dass Ihre Abwehr gegen eine Infektion arbeitet. Entscheidend ist nicht nur die Zahl auf dem Thermometer, sondern auch, wie es Ihnen insgesamt geht und welche Beschwerden hinzukommen.

Was hinter Fieber steckt

Von Fieber spricht man bei Erwachsenen meist ab einer Körpertemperatur von etwa 38 Grad Celsius. Die Werte hängen allerdings davon ab, wo und wie Sie messen. Messungen unter der Achsel sind weniger zuverlässig; bei Ohrthermometern ist die richtige Anwendung besonders wichtig.

Häufig sind Viren die Ursache, etwa bei Erkältungen, Grippe oder Corona. Auch bakterielle Infektionen können Fieber auslösen, zum Beispiel eine Lungenentzündung oder eine Nierenbeckenentzündung. Seltener stecken entzündliche Erkrankungen oder eine Reaktion auf Medikamente dahinter. Fieber allein zeigt nicht, ob Antibiotika nötig sind.

Ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Abwehr entwickeln manchmal kaum Fieber, obwohl sie schwer erkrankt sind. Neue Verwirrtheit, starke Schwäche oder eine auffällig schnelle Atmung sind deshalb auch bei normaler Temperatur ernst zu nehmen.

Welche Beschwerden häufig dazugehören

Typisch sind Frösteln, Schwitzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit. Wenn die Temperatur rasch steigt, kann Schüttelfrost auftreten – starkes, unwillkürliches Zittern. Weitere Beschwerden geben Hinweise auf die Ursache:

  • Husten, Halsschmerzen oder Schnupfen sprechen häufig für einen Atemwegsinfekt.
  • Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen seitlich am Rücken können auf eine Infektion der Harnwege oder Nieren hinweisen.
  • Durchfall und Erbrechen passen zu einem Magen-Darm-Infekt.
  • Eine gerötete, heiße und schmerzhafte Hautstelle kann entzündet sein.

Notieren Sie, wann die Beschwerden begonnen haben. Wichtig sind auch neue Medikamente, kürzliche Reisen und Kontakte zu erkrankten Menschen.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Rufen Sie 112, wenn Fieber mit einem dieser Warnzeichen einhergeht:

  • schwere Atemnot, bläuliche Lippen oder starke Brustschmerzen
  • neue Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit oder kaum mögliche Erweckbarkeit
  • sehr starke Kopfschmerzen mit steifem Nacken
  • punktförmige rote oder violette Hautflecken, die bei Druck nicht verblassen, und schweres Krankheitsgefühl
  • rasche Verschlechterung mit Kreislaufproblemen, kalter oder fleckiger Haut und schneller Atmung

Dahinter kann unter anderem eine Sepsis stecken – eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Warten Sie dann nicht auf eine weitere Temperaturmessung.

Noch am selben Tag ärztlich abklären lassen sollten Sie Fieber um 40 Grad oder höher, ausgeprägten Schüttelfrost, starke Schmerzen oder deutlichen Flüssigkeitsmangel. Warnzeichen dafür sind sehr wenig Urin, Schwindel und die Unfähigkeit, ausreichend zu trinken. Auch Fieber nach einer Reise in ein Malariagebiet muss umgehend abgeklärt werden.

Bei einer Chemotherapie oder stark geschwächter Abwehr kann schon eine Temperatur ab 38 Grad dringend sein. Halten Sie sich an Ihren persönlichen Notfallplan und kontaktieren Sie sofort das behandelnde Team. Auch in der Schwangerschaft, bei Gebrechlichkeit oder schweren Vorerkrankungen sollten Sie früh ärztlichen Rat einholen.

Hält Fieber länger als drei Tage an oder kehrt es nach einer Besserung zurück, lassen Sie sich untersuchen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Mehr Orientierung bietet 112, 116117 oder Praxis? Wer wann für Sie da ist.

Was wir in der Praxis tun

Wir fragen nach dem Verlauf, Ihren Begleitbeschwerden und Vorerkrankungen. Dann untersuchen wir Sie gezielt, zum Beispiel Lunge, Rachen und Bauch, und beurteilen Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt.

Je nach Befund sind eine Urinuntersuchung oder eine Blutabnahme sinnvoll. Nicht jedes kurze Fieber braucht ein Labor. Auch ein erhöhter CRP-Entzündungswert entscheidet allein nicht darüber, ob Antibiotika helfen. Bei Verdacht auf eine schwere Erkrankung veranlassen wir die weitere Abklärung oder eine Krankenhauseinweisung.

Was Sie selbst tun können

  • Ruhen Sie sich aus und verzichten Sie auf Sport, solange Sie fiebern und sich krank fühlen.
  • Trinken Sie regelmäßig kleine Mengen. Bei Herz- oder Nierenschwäche beachten Sie Ihre vereinbarte Trinkmenge.
  • Tragen Sie angenehme Kleidung und vermeiden Sie übermäßiges Einpacken. Kalte Bäder oder kühlende Wickel bei Schüttelfrost sind nicht sinnvoll.
  • Messen Sie möglichst mit demselben Thermometer an derselben Stelle und notieren Sie den Verlauf.
  • Fiebersenker können Schmerzen und starkes Unwohlsein lindern. Sie sind nicht allein wegen einer erhöhten Temperatur nötig. Welches Mittel geeignet ist, hängt von Vorerkrankungen und anderen Medikamenten ab. Fragen Sie bei Unsicherheit nach und beachten Sie die Packungsbeilage.

Zusammenfassung

Fieber lässt sich bei sonst gesunden Erwachsenen oft zunächst mit Ruhe und ausreichend Flüssigkeit begleiten. Wichtiger als die Temperatur allein sind Ihr Allgemeinzustand und die Begleitbeschwerden. Bei Warnzeichen, anhaltendem Fieber oder erhöhtem Risiko holen Sie bitte frühzeitig Hilfe.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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