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Laborwerte

Laborwerte erklärt – CRP, der Entzündungswert

Dr. med. Kathrin Hamann7. Mai 2026 2 Min. Lesezeit

Fingerkuppe mit Blutstropfen neben Schnelltest, Blutröhrchen, Lupe mit Bakterien in einem Kreis, Thermometer

In dieser Reihe „Laborwerte erklärt" möchten wir Ihnen die Auswertung Ihrer Blutwerte erleichtern. Heute geht es um einen Wert, der auf fast jedem Laborzettel steht, wenn es um einen Infekt geht: das CRP. Viele Patientinnen und Patienten erschrecken, wenn er erhöht ist. Dabei sagt der Wert vor allem eines: Im Körper läuft eine Entzündung. Welche, verrät er nicht.

Was ist CRP?

CRP steht für C-reaktives Protein, ein Eiweiß, das die Leber bildet. Sobald irgendwo im Körper eine Entzündung entsteht – durch Bakterien, Viren, eine Verletzung oder eine entzündliche Erkrankung –, steigt die Produktion innerhalb weniger Stunden an. Ebenso schnell sinkt der Wert wieder, wenn die Entzündung abklingt. Genau das macht ihn für uns nützlich: Er reagiert schnell und zeigt den Verlauf.

Welche Werte sind normal?

  • Unter 5 mg/l: normal
  • 5 bis etwa 50 mg/l: leicht bis mäßig erhöht – typisch für Virusinfekte, leichte Entzündungen oder die ersten Tage nach einer Operation
  • Über 100 mg/l: deutlich erhöht – spricht eher für eine bakterielle Infektion, etwa eine Lungenentzündung, einen Harnwegsinfekt mit Beteiligung der Nieren oder einen Abszess

Diese Grenzen sind Anhaltspunkte, keine festen Regeln. Ein Wert von 30 kann bei einer Grippe vorkommen und ebenso bei einer beginnenden bakteriellen Infektion.

Warum ein hoher Wert allein keine Diagnose ist

CRP ist unspezifisch. Es steigt bei Infektionen, aber auch bei rheumatischen Erkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, nach Verletzungen und Operationen und bei manchen Tumoren. Ein einzelner erhöhter Wert sagt deshalb nur: Hier ist etwas. Wo und was, ergibt sich aus Ihren Beschwerden, der Untersuchung und weiteren Werten – etwa den Leukozyten, den weißen Blutkörperchen.

Wichtiger als die einzelne Zahl ist der Verlauf: Sinkt das CRP nach zwei, drei Tagen, ist die Behandlung auf dem richtigen Weg. Steigt es weiter, schauen wir genauer hin. Deshalb bitten wir bei einem erhöhten Wert oft um eine Kontrolle nach einigen Tagen.

Der CRP-Schnelltest in der Praxis

Mit einem Tropfen Blut aus der Fingerkuppe haben wir das Ergebnis in wenigen Minuten. Das hilft bei einer Frage, die wir täglich beantworten müssen: Braucht dieser Husten, dieser Infekt ein Antibiotikum – oder nicht? Ein niedriges CRP spricht bei einem Atemwegsinfekt meist für Viren, gegen die Antibiotika nichts ausrichten. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Antibiotika: Warum sie bei Erkältungen meist nicht helfen.

Zwei Verwandte: BSG und hs-CRP

Die Blutsenkung (BSG) ist der ältere Entzündungswert. Sie reagiert langsamer und bleibt länger erhöht, wird aber bei bestimmten Fragestellungen – etwa rheumatischen Erkrankungen – weiterhin bestimmt. Das hochsensitive CRP (hs-CRP) misst sehr kleine Werte unterhalb von 5 mg/l. Leicht erhöhte Werte in diesem Bereich gelten als Hinweis auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Für die Beurteilung eines Infekts spielt das keine Rolle.

Zusammenfassung

Das CRP ist ein Entzündungsmarker, kein Krankheitsname. Es zeigt uns, ob und wie stark eine Entzündung im Körper abläuft und ob die Behandlung wirkt. Wenn Ihr Wert erhöht ist, besprechen wir mit Ihnen, was dahintersteckt und wann eine Kontrolle sinnvoll ist.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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