Zum Inhalt springen
Praxis im Chalet

Herbstferien in Bayern: Unsere Praxis ist geöffnet. Notfall-Sprechstunde Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November 2026. Freitag, 6. November geschlossen. Im Notfall: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, bei Lebensgefahr 112. Rezepte, Krankschreibungen und Fragen über Mein Doktor Online.

Herbstferien in Bayern: Unsere Praxis ist geöffnet. Notfall-Sprechstunde Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November 2026. Freitag, 6. November geschlossen.Im Notfall: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, bei Lebensgefahr 112Rezepte, Krankschreibungen und Fragen über Mein Doktor Online
Herbstferien in Bayern: Unsere Praxis ist geöffnet. Notfall-Sprechstunde Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November 2026. Freitag, 6. November geschlossen.Im Notfall: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, bei Lebensgefahr 112Rezepte, Krankschreibungen und Fragen über Mein Doktor Online
← Lexikon der Gesundheit

Gesundheit

Gelenkschmerzen: Verschleiß oder Rheuma?

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 3 Min. Lesezeit

Eine ältere Frau bewegt unter ärztlicher Anleitung ihre Hände, während zwei kreisförmige Detailbilder Knorpelveränderungen und eine entzündete Gelenkinnenhaut zeigen.

Morgens sind die Finger steif, beim Treppensteigen schmerzt das Knie. Solche Beschwerden sind häufig, aber nicht immer steckt derselbe Grund dahinter. Gelenkverschleiß und entzündliches Rheuma können sich ähnlich anfühlen – die Behandlung unterscheidet sich jedoch deutlich. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Was hinter Gelenkschmerzen stecken kann

Bei einer Arthrose verändert sich das gesamte Gelenk. Der schützende Knorpel wird dünner, auch Knochen und Gelenkinnenhaut können betroffen sein. Häufig spricht man von Verschleiß. Das klingt nach bloßer Abnutzung, ist aber zu einfach: Alter, Veranlagung, frühere Verletzungen, Fehlstellungen und Übergewicht spielen zusammen. Auch ein Gelenk mit Arthrose kann sich zeitweise entzünden.

„Rheuma“ ist dagegen ein Sammelbegriff für viele Erkrankungen. Eine wichtige Form ist die rheumatoide Arthritis. Dabei greift das Abwehrsystem irrtümlich die Gelenkinnenhaut an. Die anhaltende Entzündung kann Knorpel und Knochen schädigen. Sie betrifft nicht nur ältere Menschen und sollte möglichst früh behandelt werden.

Daneben können etwa Überlastungen, Sehnenreizungen, Gicht oder Infektionen Gelenkschmerzen auslösen. Ein plötzlich schmerzendes, geschwollenes Gelenk sollte deshalb nicht vorschnell als Verschleiß eingeordnet werden.

Welche Beschwerden typisch sind

Eher für Arthrose sprechen:

  • Schmerzen bei Belastung, etwa beim Gehen oder Treppensteigen
  • Anlaufschmerz nach längerem Sitzen, der mit Bewegung zunächst nachlässt
  • kurze Morgensteifigkeit, meist unter einer halben Stunde
  • Beschwerden an Knien, Hüften, Daumenbasis oder Fingerendgelenken

Eher für entzündliches Rheuma sprechen:

  • längere Morgensteifigkeit, oft über 30 bis 60 Minuten
  • weiche Schwellungen und überwärmte Gelenke
  • Schmerzen auch in Ruhe oder nachts
  • mehrere betroffene Gelenke, häufig Fingergrund- und Fingermittelgelenke sowie Handgelenke auf beiden Seiten
  • zusätzliche Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder gelegentlich leichtes Fieber

Diese Muster geben Hinweise, beweisen aber keine Diagnose. Auch fortgeschrittene Arthrose kann nachts wehtun. Umgekehrt beginnt entzündliches Rheuma manchmal nur an wenigen Gelenken. Wiederkehrende Schwellungen oder Beschwerden über mehrere Wochen sollten Sie untersuchen lassen.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Ein plötzlich stark schmerzendes, heißes, gerötetes und geschwollenes Gelenk muss noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders bei Fieber, einem künstlichen Gelenk oder nach einer Spritze beziehungsweise Operation am Gelenk. Eine bakterielle Gelenkinfektion kann das Gelenk rasch schädigen – manchmal auch ohne Fieber.

  • Bei schwerem Krankheitsgefühl mit Verwirrtheit, Atemnot oder Kreislaufzusammenbruch: Notruf 112.
  • Bei dringenden Beschwerden ohne Lebensgefahr, die nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten können: ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.
  • Nach einer Verletzung mit Fehlstellung oder wenn Sie das Bein nicht mehr belasten können: ebenfalls unverzüglich ärztlich untersuchen lassen.

Was wir in der Praxis tun

Wir fragen nach Beginn, Dauer und Verteilung der Schmerzen. Wie lange dauert die Morgensteifigkeit? Sind Gelenke sichtbar geschwollen? Gibt es Schuppenflechte, kürzlich durchgemachte Infekte oder rheumatische Erkrankungen in der Familie? Anschließend prüfen wir Beweglichkeit, Schwellung und Druckschmerz.

Je nach Verdacht hilft eine Blutabnahme. Entzündungswerte wie der CRP-Wert und gezielt bestimmte Antikörper können Hinweise geben. Ein normaler Entzündungswert schließt Rheuma jedoch nicht aus. Auch ein positiver Rheumafaktor allein beweist es nicht.

Falls nötig, veranlassen wir weitere Untersuchungen oder eine fachärztliche Abklärung. Bei Verdacht auf entzündliches Rheuma ist eine zeitnahe rheumatologische Vorstellung wichtig. Früh eingesetzte Medikamente können die Entzündung bremsen und bleibende Schäden verhindern. Bei Arthrose stehen angepasste Bewegung, Physiotherapie und eine individuell abgestimmte Schmerzbehandlung im Vordergrund.

Was Sie selbst tun können

  • Bleiben Sie regelmäßig in Bewegung. Gelenkschonend sind zum Beispiel Radfahren, Schwimmen oder Spaziergänge in passenden Etappen.
  • Kräftigen Sie die Muskulatur mit geeigneten Übungen. Physiotherapie kann beim Einstieg helfen.
  • Entlasten Sie akut entzündete Gelenke vorübergehend. Kühlen kann guttun; legen Sie ein Tuch zwischen Haut und Kühlpack.
  • Wärme kann bei Steifigkeit angenehm sein, ist bei heißen, geschwollenen Gelenken aber meist ungeeignet.
  • Bei Übergewicht kann eine behutsame Gewichtsabnahme besonders Knie und Hüften entlasten.
  • Nehmen Sie Schmerzmittel nicht dauerhaft auf eigene Faust. Gerade bei Nierenproblemen, Magengeschwüren oder Blutverdünnern ist vorherige Rücksprache wichtig.

Zusammenfassung

Gelenkschmerzen gehören nicht einfach zum Älterwerden. Belastungsschmerz spricht eher für Arthrose, anhaltende Schwellungen und lange Morgensteifigkeit eher für entzündliches Rheuma. Eine frühe Abklärung hilft, die passende Behandlung zu finden und Ihre Beweglichkeit zu erhalten.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Mein Doktor Online Route