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Gesundheit

Gürtelrose (Herpes Zoster): Anzeichen, Behandlung, Impfung

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 4 Min. Lesezeit

Eine Illustration zeigt eine ältere Frau mit einem einseitigen Bläschenausschlag am seitlichen Oberkörper sowie Detailansichten der Haut und des Impfschutzes.

Erst brennt oder schmerzt die Haut, dann erscheinen kleine Bläschen: So beginnt häufig eine Gürtelrose. Sie ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch länger anhaltende Nervenschmerzen hinterlassen. Wenn Sie eine Gürtelrose vermuten, lassen Sie die Beschwerden möglichst rasch ärztlich abklären – eine frühe Behandlung ist besonders wichtig.

Wie eine Gürtelrose entsteht

Auslöser ist das Varizella-Zoster-Virus. Beim ersten Kontakt verursacht es Windpocken. Danach bleibt es in Nervenknoten im Körper, meist über Jahrzehnte unbemerkt. Wird es wieder aktiv, entsteht eine Gürtelrose, medizinisch Herpes Zoster genannt.

Mit zunehmendem Alter lässt die Abwehr gegen das Virus nach. Auch Erkrankungen oder Medikamente, die das Immunsystem schwächen, erhöhen das Risiko. Eine Gürtelrose kann aber ebenso jüngere, sonst gesunde Menschen treffen.

Ansteckend ist vor allem die Flüssigkeit in den Bläschen. Menschen ohne Schutz durch eine frühere Windpockenerkrankung oder Impfung können sich dadurch Windpocken zuziehen – nicht unmittelbar eine Gürtelrose. Bis alle Bläschen verkrustet sind, sollten Sie die betroffenen Stellen abdecken und besonders auf Händehygiene achten.

Welche Beschwerden typisch sind

Häufig beginnt die Erkrankung mit einem Brennen, Kribbeln oder einer ungewöhnlichen Berührungsempfindlichkeit. Manchmal kommen Abgeschlagenheit und leichtes Fieber dazu. Erst einige Tage später zeigt sich der Ausschlag.

Typisch sind:

  • gerötete Haut mit gruppierten, flüssigkeitsgefüllten Bläschen
  • Schmerzen in einem begrenzten Hautbereich
  • ein meist einseitiger, streifenförmiger Ausschlag, häufig an Brust oder Rücken
  • gelegentlich Beschwerden im Gesicht, am Kopf oder an anderen Körperstellen

Der Ausschlag heilt meist innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Bei manchen Menschen bleiben die Nervenschmerzen länger bestehen. Das nennt man Post-Zoster-Neuralgie. Besonders ältere Menschen haben dafür ein erhöhtes Risiko. Selten treten Nervenschmerzen auch ohne sichtbare Bläschen auf; dann ist die Diagnose schwieriger.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Lassen Sie einen Verdacht auf Gürtelrose möglichst noch am selben Tag ärztlich beurteilen. Besonders dringend ist es bei:

  • Ausschlag an Stirn, Nase oder rund um das Auge, Augenschmerzen oder Sehstörungen
  • Bläschen am Ohr, Hörproblemen, Schwindel oder einer Gesichtslähmung
  • stark geschwächter Abwehr, hohem Fieber oder großflächig verteilten Bläschen

Außerhalb der regulären Versorgung hilft bei dringlichen, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Bei plötzlich auftretenden Lähmungen, Sprachstörungen, Bewusstseinsstörungen oder starken Kopfschmerzen mit Nackensteife rufen Sie 112. Solche Beschwerden dürfen nicht einfach einer Gürtelrose zugeschrieben werden.

Was wir in der Praxis tun

Wir fragen nach dem Beginn der Beschwerden, untersuchen die Haut und prüfen mögliche Risikofaktoren. Meist lässt sich die Gürtelrose am typischen Bild erkennen. Bei unklaren Befunden kann ein Abstrich aus einem Bläschen helfen. Bei Augen- oder Ohrbeteiligung veranlassen wir eine rasche fachärztliche Abklärung.

Je nach Alter, Ausprägung und Risikofaktoren kommen virushemmende Medikamente infrage. Sie sollten möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags eingesetzt werden. Bei neuen Bläschen oder erhöhtem Komplikationsrisiko kann die Behandlung auch später noch sinnvoll sein.

Ebenso wichtig ist eine passende Schmerzbehandlung. Bei ausgeprägten Nervenschmerzen reichen übliche Schmerzmittel manchmal nicht aus. Wir besprechen geeignete Möglichkeiten und berücksichtigen dabei Ihre Nierenfunktion und andere Medikamente. Eine frühe Therapie kann den Verlauf abmildern, verhindert anhaltende Nervenschmerzen aber nicht sicher.

Was Sie selbst tun können

  • Halten Sie die Haut sauber und trocken. Öffnen Sie die Bläschen nicht.
  • Tragen Sie lockere Kleidung, die nicht auf der Haut reibt.
  • Gönnen Sie sich Ruhe. Kühle, feuchte Umschläge können kurzzeitig lindern.
  • Vermeiden Sie direkten Kontakt der betroffenen Haut mit anderen Menschen – besonders mit Schwangeren ohne Windpockenschutz, Neugeborenen und Menschen mit geschwächter Abwehr.
  • Melden Sie sich erneut, wenn Schmerzen zunehmen oder nach Abheilung bestehen bleiben.

Die Impfung schützt vorbeugend

Die STIKO empfiehlt die Gürtelrose-Impfung mit einem Totimpfstoff für alle Menschen ab 60 Jahren. Bei bestimmten Grunderkrankungen oder einer geschwächten Immunabwehr wird sie bereits ab 18 Jahren empfohlen. Ob Sie zu dieser Gruppe gehören, klären wir gemeinsam.

Für einen vollständigen Schutz sind zwei Impfungen nötig. Auch nach einer durchgemachten Gürtelrose ist die Impfung sinnvoll, sobald die akute Erkrankung abgeklungen ist. Sie behandelt jedoch keine bestehende Gürtelrose. Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Fieber sind mögliche vorübergehende Impfreaktionen. Mehr erfahren Sie unter Impfungen ab 60: Pneumokokken, Gürtelrose, RSV.

Zusammenfassung

Einseitige Hautschmerzen mit Bläschen können auf Gürtelrose hinweisen. Lassen Sie den Verdacht früh abklären, besonders bei Beschwerden im Gesicht. Eine passende Behandlung lindert die Erkrankung; die Impfung bietet einen wirksamen Schutz vor Gürtelrose und ihren Folgen.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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