Zum Inhalt springen
Praxis im Chalet
← Lexikon der Gesundheit

Gesundheit

Hautkrebs-Screening: Warum ein Blick auf die Haut Leben retten kann

Dr. med. Kathrin Hamann22. Mai 2025 2 Min. Lesezeit

Ärztin untersucht die Haut einer Patientin mit dem Auflichtmikroskop, zwei Muttermale in Kreisen, Sonne und Sonnencreme

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland – und zugleich eine der am besten behandelbaren, wenn er früh erkannt wird. Ein Melanom, das nur in der obersten Hautschicht sitzt, lässt sich fast immer vollständig entfernen. Genau darum geht es beim Hautkrebs-Screening: einmal die ganze Haut anschauen, bevor etwas Beschwerden macht. Der Beginn der Sonnensaison ist ein guter Zeitpunkt dafür.

Wer Anspruch hat

Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren können das Screening alle zwei Jahre als Kassenleistung in Anspruch nehmen. Einige Krankenkassen bezahlen es schon früher, manche ab 20 – fragen Sie bei Ihrer Kasse nach. Wer jünger ist und keine Kassenleistung bekommt, kann die Untersuchung bei uns als Wunschleistung machen; wir nennen Ihnen den Preis vorab. Unabhängig vom Alter gilt: Verändert sich ein Muttermal, juckt es, blutet es oder ist es neu, kommen Sie – das ist immer Kassenleistung.

So läuft die Untersuchung ab

Nach einem kurzen Gespräch über Hautkrebs in der Familie, frühere Sonnenbrände und Ihren Hauttyp untersuchen wir die gesamte Haut: Kopfhaut, Gesicht, Ohren, Rumpf, Arme und Beine, Hände und Füße bis zwischen die Zehen und unter die Fußsohlen. Bitte kommen Sie ohne Nagellack und ohne Make-up. Die Untersuchung dauert etwa 15 Minuten und ist schmerzfrei. Fällt uns eine Stelle auf, überweisen wir Sie an eine Hautarztpraxis. Dort wird sie mit dem Auflichtmikroskop beurteilt und bei Bedarf entfernt. Ein Großteil der auffälligen Stellen stellt sich als harmlos heraus.

Die drei häufigsten Hautkrebsarten

  • Basalzellkarzinom: die häufigste Form, wächst langsam, streut praktisch nie, entsteht meist im Gesicht. Zeigt sich als glänzendes Knötchen oder nicht heilende Stelle.
  • Plattenepithelkarzinom: entsteht oft aus rauen, schuppenden Stellen auf sonnengeschädigter Haut (aktinische Keratosen), vor allem an Glatze, Ohren und Handrücken.
  • Malignes Melanom: der „schwarze Hautkrebs". Seltener, aber gefährlich, weil er früh streuen kann. Entsteht aus einem Muttermal oder neu.

Die ABCDE-Regel für zu Hause

Schauen Sie Ihre Muttermale etwa alle drei Monate selbst an – einen Spiegel für den Rücken oder eine zweite Person brauchen Sie dafür. Auffällig ist ein Mal, wenn eines der folgenden Merkmale zutrifft:

  • A – Asymmetrie: nicht rund oder oval, sondern ungleichmäßig
  • B – Begrenzung: unscharfer, ausgefranster Rand
  • C – Colour (Farbe): mehrere Farbtöne in einem Mal
  • D – Durchmesser: größer als fünf Millimeter
  • E – Entwicklung: das Mal verändert sich, wächst, juckt oder blutet

Ein Mal, das anders aussieht als alle anderen, verdient ebenfalls einen Blick.

Was Sonnenschutz wirklich bringt

Jeder Sonnenbrand, besonders in der Kindheit, erhöht das Risiko für Hautkrebs im späteren Leben. Schatten zwischen 11 und 15 Uhr, Kleidung und Hut, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher auf die unbedeckten Stellen – das reicht im Alltag. Solarien erhöhen das Melanomrisiko deutlich und sind für unter 18-Jährige aus gutem Grund verboten.

Das Screening lässt sich gut mit dem Gesundheits-Check-up verbinden. Alle Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite zum Hautkrebsscreening.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Mein Doktor online Route