Gesundheit
Hitze und Gesundheit: Worauf ältere Menschen und chronisch Kranke achten sollten
Dr. med. Kathrin Hamann3. Juli 2025 2 Min. Lesezeit

Die Sommer in München werden heißer, und die Hitzetage häufen sich. Für gesunde Menschen ist das vor allem anstrengend. Für ältere Menschen, für Patientinnen und Patienten mit Herz- oder Nierenerkrankungen, mit Diabetes und für alle, die bestimmte Medikamente einnehmen, kann Hitze gefährlich werden. Hier erfahren Sie, worauf Sie an heißen Tagen achten sollten und wann Sie Hilfe holen müssen.
Warum Hitze manche Menschen stärker trifft
Der Körper kühlt sich durch Schwitzen. Dafür braucht er Flüssigkeit und ein Herz, das die Durchblutung der Haut steigern kann. Im Alter lässt das Durstgefühl nach, die Nieren halten Wasser weniger gut zurück, und das Herz hat weniger Reserve. Wer Medikamente zur Entwässerung oder gegen Bluthochdruck einnimmt, verliert zusätzlich Flüssigkeit oder hat einen niedrigeren Blutdruck. Beides zusammen führt schnell zu Schwindel, Stürzen und Kreislaufproblemen.
Trinken – aber richtig
- 1,5 bis 2 Liter am Tag, am besten Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Säfte
- Nicht erst trinken, wenn der Durst kommt – an heißen Tagen regelmäßig, zum Beispiel jede Stunde ein Glas
- Bei Herzschwäche oder Nierenerkrankung gilt die mit uns besprochene Trinkmenge. Erhöhen Sie sie nicht auf eigene Faust, sondern fragen Sie nach, was an Hitzetagen erlaubt ist
- Mit dem Schweiß geht Salz verloren. Eine Brühe oder leicht gesalzene Speisen gleichen das aus
- Alkohol und große Mengen Kaffee belasten den Kreislauf zusätzlich
Medikamente an Hitzetagen
Entwässernde Medikamente, Blutdrucksenker, bestimmte Antidepressiva und Beruhigungsmittel wirken bei Hitze anders. Manchmal muss die Dosis vorübergehend angepasst werden. Bitte setzen Sie nichts selbst ab und ändern Sie die Dosis nicht ohne Rücksprache – rufen Sie uns an oder kommen Sie in die Sprechstunde. Lagern Sie Medikamente kühl, nicht über 25 Grad, und nicht im Auto. Insulin gehört in den Kühlschrank.
Den Tag anders planen
- Morgens früh lüften, tagsüber Fenster schließen und Räume abdunkeln
- Einkäufe, Spaziergänge und Arztbesuche in die Morgenstunden legen
- Leichte, helle Kleidung, Kopfbedeckung, Schatten suchen
- Lauwarm duschen, kühle Fußbäder, feuchte Tücher auf Nacken und Unterarme
- Leichte Kost: Obst, Gemüse, Salate, kleine Mahlzeiten
Warnzeichen erkennen
Eine Hitzeerschöpfung zeigt sich durch Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und starkes Schwitzen. Dann sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum, hinlegen, trinken, Kleidung lockern. Bessert sich das nicht innerhalb einer halben Stunde, melden Sie sich bei uns.
Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Die Haut ist heiß und trocken, der Mensch wirkt verwirrt oder wird bewusstlos, die Körpertemperatur steigt über 40 Grad. Rufen Sie sofort die 112 und kühlen Sie die betroffene Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit feuchten Tüchern.
Bitte schauen Sie nach Ihren Nachbarn
Viele ältere Menschen leben allein und merken selbst nicht, wenn sie zu wenig trinken. Ein kurzer Anruf oder ein Besuch an heißen Tagen kann viel verhindern. Für unsere Patientinnen und Patienten, die nicht mehr in die Praxis kommen können, sind wir auch per Hausbesuch da. Mehr zum Thema Herzschwäche lesen Sie in unserem Beitrag Herzschwäche: Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann