Gesundheit
Wespen, Bienen, Bremsen: Insektenstiche richtig behandeln
Dr. med. Kathrin Hamann17. Juli 2025 2 Min. Lesezeit

Ein Nachmittag im Biergarten, ein Stück Kuchen auf der Terrasse – und schon ist es passiert. Wespen, Bienen, Bremsen und Mücken gehören zum Sommer dazu. Die meisten Stiche sind harmlos und heilen von allein. Einige brauchen ärztliche Hilfe, und ein kleiner Teil ist ein echter Notfall. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Reaktion einordnen und was zu tun ist.
Die normale Reaktion
Nach einem Stich rötet sich die Haut, sie schwillt an, juckt oder schmerzt. Eine Schwellung von einigen Zentimetern ist normal und kann zwei bis drei Tage anhalten. Das ist keine Allergie, sondern die Reaktion auf das Gift.
Was hilft:
- Bei einem Bienenstich den Stachel sofort entfernen, am besten seitlich wegkratzen, nicht mit den Fingern zusammendrücken
- Kühlen mit einem kalten Umschlag oder einem Kühlpack, das in ein Tuch gewickelt ist
- Ein Antihistamin-Gel oder eine leichte Kortisoncreme aus der Apotheke gegen den Juckreiz
- Nicht kratzen – offene Stellen entzünden sich leicht
- Bei Schmerzen ein Schmerzmittel wie Ibuprofen
Wann Sie in die Praxis kommen sollten
- Die Schwellung ist größer als etwa zehn Zentimeter oder breitet sich über Tage weiter aus
- Die Stelle wird heiß und stark gerötet, es bildet sich Eiter, oder Sie bekommen Fieber – das spricht für eine bakterielle Infektion
- Bremsenstiche sind dafür besonders anfällig, weil Bremsen die Haut aufreißen. Desinfizieren Sie die Stelle gleich nach dem Stich
- Ein Stich am Auge oder im Gesicht mit starker Schwellung
Der Notfall: die allergische Allgemeinreaktion
Bei manchen Menschen reagiert nicht nur die Einstichstelle, sondern der ganze Körper. Innerhalb von Minuten treten Nesselsucht am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht, Atemnot, Schwindel, Übelkeit oder ein Kreislaufzusammenbruch auf. Das ist eine Anaphylaxie. Rufen Sie sofort die 112, legen Sie die betroffene Person flach hin und lagern Sie die Beine hoch. Bei Atemnot ist Sitzen besser.
Ein Sonderfall ist der Stich im Mund oder Rachen, etwa durch eine Wespe im Getränk. Die Schleimhaut kann so stark anschwellen, dass die Atemwege eng werden. Eis lutschen, den Hals von außen kühlen und ebenfalls die 112 rufen.
Wer einmal so reagiert hat
Wer schon einmal eine allergische Allgemeinreaktion auf einen Stich hatte, braucht zwei Dinge: ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum und Kortison, das immer dabei ist – und einen Allergietest, um Bienen- und Wespengift zu unterscheiden. Danach ist eine Hyposensibilisierung möglich. Dabei wird der Körper über drei bis fünf Jahre an das Gift gewöhnt. Diese Behandlung schützt sehr zuverlässig. Sprechen Sie uns an, wir stellen das Notfallset aus und überweisen Sie zur Allergologie.
Vorbeugen im Sommer
Getränke abdecken und aus Dosen und Flaschen mit Strohhalm trinken, Essen im Freien nicht offen stehen lassen, nicht nach Wespen schlagen, barfuß auf Wiesen vorsichtig sein. Für Zecken gelten eigene Regeln – dazu lesen Sie unseren Beitrag FSME und Zecken.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann