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Laborwerte

Laborwerte erklärt – Blutzucker und HbA1c

Dr. med. Kathrin Hamann22. Januar 2026 2 Min. Lesezeit

Blutzuckermessgerät mit Teststreifen und Fingerkuppe, Zuckerwürfel, rotes Blutkörperchen mit Zucker in einem Kreis, Teller mit Gemüse

In dieser Reihe „Laborwerte erklärt" möchten wir Ihnen die Auswertung Ihrer Blutwerte erleichtern. Heute geht es um den Blutzucker – genauer um zwei Werte, die zusammengehören und doch Verschiedenes zeigen: die Nüchternglukose und das HbA1c, den sogenannten Langzeitzucker.

Nüchternglukose: der Momentwert

Der Nüchternblutzucker wird morgens nach mindestens acht Stunden ohne Essen bestimmt. Er zeigt, wie der Körper den Zucker über Nacht reguliert hat.

  • unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l): normal
  • 100 bis 125 mg/dl: erhöhter Nüchternzucker, auch Prädiabetes genannt
  • ab 126 mg/dl an zwei verschiedenen Tagen: Diabetes

Ein zufällig gemessener Wert ab 200 mg/dl zusammen mit typischen Beschwerden – starker Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust – spricht ebenfalls für einen Diabetes.

Der Nüchternzucker ist Teil des Gesundheits-Check-ups ab 35 Jahren. Bitte kommen Sie dafür wirklich nüchtern; Wasser ist erlaubt.

HbA1c: das Zuckergedächtnis

Zucker lagert sich an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin an. Weil rote Blutkörperchen etwa drei Monate leben, zeigt der Anteil des „verzuckerten" Hämoglobins, wie hoch der Blutzucker in den letzten acht bis zwölf Wochen im Durchschnitt war. Ein einzelner Tag mit Kuchen verändert den Wert nicht – wochenlang erhöhte Werte schon.

  • unter 5,7 %: normal
  • 5,7 bis 6,4 %: Prädiabetes
  • ab 6,5 %: Diabetes

Bei bekanntem Diabetes nutzen wir das HbA1c zur Verlaufskontrolle, meist alle drei Monate. Das Ziel liegt häufig zwischen 6,5 und 7,5 %, wird aber individuell festgelegt – bei älteren Menschen darf es höher sein, um Unterzuckerungen zu vermeiden.

Wenn die Werte nicht zusammenpassen

Das HbA1c kann täuschen: Bei Blutarmut, Eisenmangel, nach Bluttransfusionen oder bei bestimmten Hämoglobinformen fällt es falsch hoch oder falsch niedrig aus. Dann bewerten wir den Nüchternzucker höher oder machen einen Zuckerbelastungstest: Sie trinken eine Zuckerlösung, wir messen nach zwei Stunden. Dieser Test wird auch in der Schwangerschaft eingesetzt.

Prädiabetes: die Chance, umzukehren

Ein Wert im Prädiabetes-Bereich ist kein Urteil, sondern ein Hinweis. In diesem Stadium lässt sich die Entwicklung zum Diabetes aufhalten – oft ohne Medikamente:

  • fünf bis zehn Prozent des Körpergewichts abnehmen
  • 150 Minuten Bewegung pro Woche, zum Beispiel zügiges Gehen
  • weniger zuckerhaltige Getränke und Weißmehl, mehr Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn
  • ausreichend Schlaf

Wir kontrollieren die Werte dann jährlich und besprechen, was im Alltag machbar ist.

Wann wir messen

Beim Check-up, bei Beschwerden, bei Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes in der Familie oder nach einem Schwangerschaftsdiabetes. Was ein Diabetes für den Körper bedeutet und warum regelmäßige Kontrollen wichtig sind, lesen Sie in unserem Beitrag zu Diabetes mellitus.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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