Laborwerte
Laborwerte erklärt – Leberwerte (GOT, GPT, GGT)
Dr. med. Kathrin Hamann19. Juni 2025 2 Min. Lesezeit

Beim Check-up oder bei einer Blutabnahme aus anderem Anlass tauchen sie fast immer auf: GOT, GPT und GGT, die sogenannten Leberwerte. Sind sie erhöht, macht das vielen Patientinnen und Patienten Sorgen – oft zu Unrecht, manchmal aber zu Recht. In unserer Reihe „Laborwerte erklärt“ möchten wir Ihnen heute zeigen, was diese drei Werte bedeuten, warum sie steigen und wie wir in der Praxis damit umgehen.
Was die drei Werte messen
- GPT (ALT): Ein Enzym, das fast nur in Leberzellen vorkommt. Steigt es, sind Leberzellen geschädigt. Das ist der leberspezifischste der drei Werte.
- GOT (AST): Kommt ebenfalls in der Leber vor, aber auch im Herzmuskel und in der Skelettmuskulatur. Ein erhöhter GOT-Wert nach intensivem Sport oder einer Muskelverletzung hat mit der Leber nichts zu tun.
- GGT: Sitzt in den Gallenwegen und reagiert empfindlich auf Alkohol, Medikamente und einen Gallestau. Die GGT ist oft der erste Wert, der sich verändert.
Erst das Zusammenspiel der drei Werte, ergänzt um das Bilirubin und manchmal die alkalische Phosphatase, ergibt ein Bild.
Die häufigsten Ursachen erhöhter Leberwerte
Die häufigste Ursache leicht erhöhter Leberwerte ist heute nicht der Alkohol, sondern die Fettleber. Sie entsteht bei Übergewicht, Diabetes und erhöhten Blutfetten und verursacht lange keine Beschwerden. Daneben kommen in Frage:
- Alkohol – auch Mengen, die viele für normal halten
- Medikamente, zum Beispiel Schmerzmittel, Cholesterinsenker (Statine) oder Antibiotika
- Virusinfektionen der Leber (Hepatitis B und C) – deshalb gehört seit einigen Jahren ein einmaliger Test darauf zum Check-up ab 35
- Gallensteine, die den Abfluss behindern
- Seltener: Autoimmunerkrankungen, Eisenspeicherkrankheit, Schilddrüsenerkrankungen
So gehen wir in der Praxis vor
Ein einzelner leicht erhöhter Wert ist noch kein Befund. Wir fragen nach Alkohol, Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Sport, und wir kontrollieren die Werte nach einigen Wochen erneut. Bleiben sie erhöht, folgt ein Ultraschall des Bauches direkt bei uns in der Praxis. Damit sehen wir eine Fettleber, Gallensteine oder eine Veränderung der Lebergröße. Je nach Ergebnis kommen weitere Blutuntersuchungen dazu, etwa auf Hepatitisviren oder Autoantikörper.
Die gute Nachricht: Die Leber erholt sich
Die Fettleber ist umkehrbar. Wer Gewicht abnimmt, sich mehr bewegt und weniger Zucker und Alkohol zu sich nimmt, sieht das innerhalb weniger Monate an den Werten. Auch nach dem Absetzen eines auslösenden Medikaments normalisieren sich GOT, GPT und GGT meist. Wichtig ist, dass wir dranbleiben: Eine über Jahre unbehandelte Fettleber kann vernarben, und das möchten wir verhindern.
Einen Überblick über weitere Blutwerte finden Sie in unserem Beitrag Laborwerte – eine kurze Übersicht. Und wenn in Ihrem Befund ein Leberwert markiert ist: Bringen Sie ihn mit, wir erklären ihn Ihnen.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann