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Gesundheit

Lungenfunktionstest (Spirometrie): Ablauf und Bedeutung

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 3 Min. Lesezeit

Eine ältere Patientin führt unter ärztlicher Anleitung eine Spirometrie durch, ergänzt durch runde Detailansichten des Mundstücks und der Atemwege.

Beim Treppensteigen fehlt Ihnen schneller die Luft als früher, oder ein Husten hält sich hartnäckig? Mit einem Lungenfunktionstest können wir prüfen, ob Ihre Atemwege verengt sind. Die Untersuchung heißt Spirometrie, dauert meist nur wenige Minuten und kommt ohne Strahlen aus. Wichtig ist dabei Ihre aktive Mitarbeit – wir erklären Ihnen jeden Schritt in Ruhe.

Warum wir die Lungenfunktion untersuchen

Beim Atmen strömt Luft durch die Bronchien in die Lunge und wieder hinaus. Sind diese Atemwege verengt, fällt besonders das Ausatmen schwerer. Die Spirometrie misst, wie viel Luft Sie ausatmen und wie schnell Sie das schaffen.

Sie hilft vor allem, zwei Erkrankungen zu erkennen und ihren Verlauf zu beurteilen:

  • Asthma: Die Atemwege sind entzündet und zeitweise verengt. Die Beschwerden wechseln häufig und können etwa durch Pollen, Infekte oder Anstrengung ausgelöst werden.
  • COPD: Die Atemwege sind dauerhaft verengt. Häufig ist langjähriges Rauchen die Ursache, aber auch andere Schadstoffe können eine Rolle spielen.

Mehr dazu lesen Sie in unseren Artikeln Asthma: Eine Herausforderung für Jung und Alt und COPD: Raucherhusten und chronische Bronchitis.

Bei welchen Beschwerden der Test sinnvoll ist

Eine Untersuchung kann angebracht sein, wenn Sie länger anhaltenden Husten, pfeifende Atemgeräusche oder Atemnot haben. Auch regelmäßiger Auswurf und ein Engegefühl im Brustkorb sollten abgeklärt werden. Bei bereits bekanntem Asthma oder COPD hilft der Test, die Behandlung zu überprüfen.

Nicht jede Atemnot kommt allerdings von der Lunge. Auch Herzprobleme, Blutarmut oder mangelnde körperliche Belastbarkeit können dahinterstecken. Deshalb betrachten wir den Messwert nie allein, sondern immer zusammen mit Ihren Beschwerden.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Rufen Sie 112, wenn Atemnot plötzlich stark auftritt, Sie kaum noch sprechen können, die Lippen bläulich werden oder Brustschmerzen, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit hinzukommen. Warten Sie dann nicht auf einen Lungenfunktionstermin.

Neue oder deutlich zunehmende Atembeschwerden sollten noch am selben Tag ärztlich beurteilt werden. Außerhalb der regulären Versorgung erreichen Sie bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

So läuft die Untersuchung in unserer Praxis ab

Zunächst fragen wir nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten. Bitte sagen Sie uns auch, wenn Sie kürzlich operiert wurden, einen Herzinfarkt hatten oder aktuell einen Atemwegsinfekt haben. Dann klären wir, ob die Untersuchung zu diesem Zeitpunkt sinnvoll und sicher ist.

Die Messung erfolgt meist im Sitzen:

  • Eine weiche Nasenklemme verhindert, dass Luft durch die Nase entweicht.
  • Sie umschließen ein Mundstück fest mit den Lippen und atmen zunächst ruhig.
  • Dann atmen Sie möglichst tief ein und anschließend so kräftig, schnell und vollständig wie möglich aus.
  • Wir wiederholen das Manöver mehrmals, damit die Ergebnisse zuverlässig sind. Dazwischen können Sie sich erholen.

Das kräftige Ausatmen kann Husten oder kurzzeitig Schwindel auslösen. Geben Sie uns dann bitte sofort Bescheid. Es geht nicht um eine Prüfung, die Sie bestehen müssen. Gute Anleitung und etwas Übung sind ganz normal.

Was die Messwerte bedeuten

Die Einsekundenkapazität, kurz FEV1, beschreibt die Luftmenge, die Sie in der ersten Sekunde kräftig ausatmen. Die forcierte Vitalkapazität, kurz FVC, ist die gesamte Luftmenge bei diesem Ausatemmanöver. Ihr Verhältnis hilft, eine Verengung der Atemwege zu erkennen. Die Vergleichswerte berücksichtigen unter anderem Alter und Körpergröße.

Je nach Fragestellung kann eine erneute Messung nach einem bronchienerweiternden Medikament sinnvoll sein. So lässt sich prüfen, ob die Verengung nachlässt.

Ein unauffälliger Test schließt Asthma nicht sicher aus. Auch eine verminderte Luftmenge hat unterschiedliche mögliche Ursachen. Bei unklaren Befunden überweisen wir zur lungenfachärztlichen Abklärung, etwa für eine erweiterte Lungenfunktionsmessung.

Was Sie selbst tun können

  • Tragen Sie bequeme Kleidung, die Brustkorb und Bauch nicht einengt.
  • Vermeiden Sie unmittelbar vorher eine große Mahlzeit und starke körperliche Anstrengung. Rauchen Sie vor dem Test nicht.
  • Bringen Sie Ihren Medikamentenplan und vorhandene Inhalationsgeräte mit.
  • Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab. Ob ein Inhalationsmittel vorher pausiert werden soll, besprechen wir mit Ihnen.
  • Notieren Sie, wann Atembeschwerden auftreten – etwa nachts, bei Bewegung oder bei Kontakt mit Tieren.

Zusammenfassung

Die Spirometrie ist eine einfache Untersuchung, die wichtige Hinweise auf verengte Atemwege liefert. Aussagekräftig wird sie durch sorgfältige Durchführung und die gemeinsame Betrachtung von Messwerten und Beschwerden. Wenn Ihnen häufiger die Luft fehlt oder Husten anhält, sprechen Sie uns an.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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