Gesundheit
Magen-Darm-Infekt: Durchfall und Erbrechen – was hilft, wann zum Arzt
Dr. med. Kathrin Hamann21. August 2025 2 Min. Lesezeit

Es beginnt oft mitten in der Nacht: Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall. Ein Magen-Darm-Infekt gehört zu den häufigsten Gründen, warum sich Patientinnen und Patienten bei uns melden – im Sommer durch verdorbene Lebensmittel, im Winter durch Noroviren. Meist ist der Spuk nach ein bis drei Tagen vorbei. Hier erfahren Sie, was in dieser Zeit wirklich hilft und wann Sie zu uns kommen sollten.
Was dahintersteckt
In den meisten Fällen sind Viren die Ursache, vor allem Noro- und Rotaviren. Sie sind hoch ansteckend und verbreiten sich über Hände, Türgriffe und gemeinsam benutzte Gegenstände. Im Sommer kommen Bakterien aus Lebensmitteln dazu – Salmonellen aus rohen Eiern oder Geflügel, Campylobacter aus nicht durchgegartem Fleisch oder Keime aus Speisen, die zu lange in der Wärme standen.
Das Wichtigste: Flüssigkeit und Salz
Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Körper Wasser und Salze. Das ist die eigentliche Gefahr, nicht der Infekt selbst.
- Trinken Sie in kleinen Schlucken, dafür häufig – ein großes Glas auf einmal kommt oft gleich wieder hoch
- Am besten eine Elektrolytlösung aus der Apotheke, die Wasser, Salz und Zucker im richtigen Verhältnis enthält
- Alternativ verdünnte Säfte, leicht gesüßter Tee, klare Brühe, dazu Salzstangen
- Essen Sie nach Appetit. Zwieback, Reis, Kartoffeln, Banane und geriebener Apfel sind gut verträglich. Hungern müssen Sie nicht
Medikamente – weniger ist mehr
Ein Mittel gegen Durchfall wie Loperamid stoppt die Entleerung, hält aber die Erreger im Darm. Nehmen Sie es höchstens kurz, etwa für eine unvermeidbare Fahrt, und nie bei Fieber oder Blut im Stuhl. Gegen Übelkeit kann ein Mittel helfen, das wir Ihnen verschreiben. Antibiotika sind bei einem Magen-Darm-Infekt in der Regel nicht sinnvoll – gegen Viren wirken sie nicht, und bei den meisten bakteriellen Infekten verlängern sie eher die Ausscheidung der Keime.
Wann Sie zu uns kommen sollten
- Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl
- Hohes Fieber über 39 Grad
- Durchfall, der länger als drei Tage anhält
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen
- Zeichen der Austrocknung: kaum noch Urin, Schwindel beim Aufstehen, trockener Mund, Verwirrtheit
- Betroffen sind Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere oder ältere Menschen – bei ihnen kippt der Flüssigkeitshaushalt schneller
- Der Infekt begann nach einer Fernreise
Wer Medikamente zur Entwässerung, gegen Diabetes oder Blutverdünner nimmt, sollte sich ebenfalls früh melden. Manche Medikamente müssen in dieser Zeit angepasst werden.
Andere nicht anstecken
Nach dem letzten Durchfall sind Sie noch etwa 48 Stunden ansteckend. Waschen Sie sich gründlich die Hände, benutzen Sie ein eigenes Handtuch und reinigen Sie Toilette und Türgriffe. Wer in einer Küche, in der Lebensmittelverarbeitung oder in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeitet, darf erst wieder zur Arbeit, wenn die Beschwerden zwei Tage vorbei sind. Für die Reise finden Sie Tipps in unserem Beitrag zur Reiseapotheke.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Kathrin Hamann