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Gesundheit

Osteoporose: Knochen stark halten, Brüche vermeiden

Dr. med. Kathrin Hamann10. September 2026 2 Min. Lesezeit

Zwei Kreise mit dichtem und porösem Knochen, ältere Frau beim Krafttraining mit Hanteln, Milch und Brokkoli

Knochen wirken fest und unveränderlich. Tatsächlich werden sie ständig ab- und wieder aufgebaut. Ab etwa dem 30. Lebensjahr überwiegt langsam der Abbau, bei Frauen nach den Wechseljahren deutlich schneller. Wird der Knochen zu porös, spricht man von Osteoporose. Sie tut nicht weh – bis zum ersten Bruch. Deshalb lohnt es sich, früh hinzuschauen.

Wer ein erhöhtes Risiko hat

  • Frauen nach den Wechseljahren, besonders bei frühem Beginn
  • höheres Alter – Männer sind ebenfalls betroffen, etwa jeder fünfte Betroffene ist ein Mann
  • Osteoporose oder ein Oberschenkelhalsbruch bei den Eltern
  • Untergewicht, Rauchen, viel Alkohol, wenig Bewegung
  • Kortison über mehrere Monate, etwa bei Rheuma oder Asthma
  • bestimmte Erkrankungen: Schilddrüsenüberfunktion, Rheuma, Diabetes, Zöliakie

Warnzeichen

Ein Knochenbruch nach einem leichten Sturz aus dem Stand, ein Größenverlust von mehr als vier Zentimetern, ein zunehmender Rundrücken oder ein plötzlicher, starker Rückenschmerz ohne Unfall – dahinter kann ein Wirbelbruch stecken. Wenn eines davon auf Sie zutrifft, sprechen Sie uns an.

Die Knochendichtemessung

Mit der DXA-Messung an Lendenwirbelsäule und Hüfte wird die Knochendichte bestimmt – schnell, schmerzfrei und mit sehr geringer Strahlung. Die Krankenkasse übernimmt die Untersuchung, wenn bereits ein Bruch ohne größeren Unfall aufgetreten ist oder konkrete Risikofaktoren vorliegen. Ohne diese Voraussetzungen ist sie eine Selbstzahlerleistung. Dazu gehört eine Blutuntersuchung – Kalzium, Vitamin D, Nieren- und Schilddrüsenwerte –, um andere Ursachen auszuschließen.

Was Sie selbst für Ihre Knochen tun können

  • Kalzium: etwa 1.000 mg am Tag, am besten über die Ernährung – Milchprodukte, grünes Gemüse (Brokkoli, Grünkohl), kalziumreiches Mineralwasser
  • Vitamin D: nötig, damit Kalzium im Knochen ankommt. Im Winter reicht die Sonne in München dafür nicht aus – mehr dazu im Artikel Vitamin D im Winter
  • Bewegung: Krafttraining und Übungen mit dem eigenen Körpergewicht regen den Knochen zum Aufbau an; Gleichgewichtstraining senkt die Sturzgefahr
  • Stürze vermeiden: Stolperfallen beseitigen, gute Beleuchtung, Sehstärke prüfen, Medikamente durchsehen, die schwindelig machen
  • Rauchstopp und wenig Alkohol

Wann Medikamente nötig sind

Bei hohem Bruchrisiko gibt es wirksame Medikamente, die den Knochenabbau bremsen – Bisphosphonate als Tablette oder Infusion, Denosumab als Spritze und weitere. Sie werden über Jahre angewendet und brauchen regelmäßige Kontrollen. Informieren Sie vor Beginn Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt, weil größere Eingriffe am Kiefer möglichst vorher erledigt werden sollten.

Zusammenfassung

Osteoporose ist still, aber nicht unaufhaltsam. Wer sein Risiko kennt, kann gegensteuern: mit Ernährung, Bewegung und bei Bedarf mit Medikamenten. Der beste Zeitpunkt dafür ist vor dem ersten Bruch – sprechen Sie uns beim nächsten Termin darauf an.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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