Zum Inhalt springen
Praxis im Chalet
← Lexikon der Gesundheit

Gesundheit

Schlaganfall erkennen: Der FAST-Test, den jeder kennen sollte

Dr. med. Kathrin Hamann8. Januar 2026 2 Min. Lesezeit

Gehirn mit verschlossenem Gefäß in einem Kreis, Person mit absinkendem Arm und hängendem Mundwinkel, Uhr und Krankenwagen

Beim Schlaganfall zählt jede Minute. Je schneller die Behandlung beginnt, desto mehr Hirngewebe lässt sich retten. Das Problem: Viele Betroffene und Angehörige erkennen die Zeichen nicht oder warten ab, ob es von allein besser wird. Der FAST-Test hilft, in wenigen Sekunden die richtige Entscheidung zu treffen. Wir möchten, dass Sie ihn kennen.

Der FAST-Test

FAST steht für vier englische Wörter: Face, Arms, Speech, Time.

  • Face – Gesicht: Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab? Wirkt eine Gesichtshälfte schlaff?
  • Arms – Arme: Bitten Sie die Person, beide Arme mit den Handflächen nach oben nach vorn zu strecken. Sinkt ein Arm ab oder lässt er sich nicht heben?
  • Speech – Sprache: Lassen Sie einen einfachen Satz nachsprechen. Klingt die Sprache verwaschen? Fehlen Wörter? Wird die Person nicht verstanden?
  • Time – Zeit: Ist auch nur eines dieser Zeichen auffällig, rufen Sie sofort die 112. Merken Sie sich die Uhrzeit, zu der die Beschwerden begonnen haben – der Rettungsdienst und die Klinik werden danach fragen.

Weitere Warnzeichen

Nicht jeder Schlaganfall zeigt sich mit den klassischen FAST-Zeichen. Rufen Sie auch dann die 112, wenn plötzlich auftreten:

  • Sehstörungen auf einem Auge oder Doppelbilder
  • Taubheit oder Kribbeln auf einer Körperseite
  • heftiger Schwindel mit Gangunsicherheit
  • ein sehr starker, nie gekannter Kopfschmerz

Entscheidend ist das Wort plötzlich. Ein Schlaganfall kommt von einem Moment auf den anderen.

Warum nicht abwarten?

Beim häufigsten Schlaganfall verschließt ein Gerinnsel ein Hirngefäß. Mit einer Lysetherapie kann das Gerinnsel medikamentös aufgelöst werden – aber nur innerhalb von viereinhalb Stunden nach Beginn der Beschwerden. Bei großen Gefäßverschlüssen kann das Gerinnsel mit einem Katheter entfernt werden, in Einzelfällen bis zu 24 Stunden nach Beginn. Beides funktioniert nur, wenn der Rettungsdienst die Person schnell in eine Klinik mit Stroke Unit bringt. In München gibt es mehrere dieser spezialisierten Schlaganfallstationen.

Deshalb: nicht selbst ins Krankenhaus fahren, nicht erst die Hausarztpraxis anrufen, nichts zu essen oder zu trinken geben. Lagern Sie die Person mit leicht erhöhtem Oberkörper und bleiben Sie bei ihr, bis der Rettungsdienst da ist.

Wenn die Beschwerden wieder verschwinden

Manchmal bilden sich die Zeichen nach Minuten zurück. Das nennt man transitorische ischämische Attacke, kurz TIA. Das ist keine Entwarnung, sondern eine Warnung: In den Tagen danach ist das Risiko für einen vollständigen Schlaganfall deutlich erhöht. Auch eine TIA gehört sofort in die Klinik.

Vorbeugen – das können wir gemeinsam tun

Die wichtigsten Risikofaktoren lassen sich behandeln:

  • Bluthochdruck gut einstellen – er ist der Risikofaktor Nummer eins
  • Vorhofflimmern erkennen und mit Gerinnungshemmern behandeln
  • Diabetes und Cholesterin im Blick behalten
  • Rauchstopp, Bewegung, wenig Alkohol

Bei Risikofaktoren untersuchen wir Ihre Halsschlagadern mit Ultraschall direkt in der Praxis. So sehen wir Ablagerungen in der Gefäßwand, bevor sie Beschwerden machen.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Mein Doktor online Route