Zum Inhalt springen
Praxis im Chalet
← Lexikon der Gesundheit

Gesundheit

Schnarchen und Schlafapnoe: Wenn der Schlaf nicht erholt

Dr. med. Kathrin Hamann9. Juli 2026 2 Min. Lesezeit

Mann schläft mit CPAP-Maske und Schlauch zum Nachttischgerät, Mond im Fenster, Atemweg im Querschnitt in einem Kreis

Schnarchen ist für die Person nebenan lästig. Für die Schnarchenden selbst ist es meist harmlos – solange der Atem gleichmäßig weitergeht. Anders ist es, wenn das Schnarchen immer wieder abbricht, einige Sekunden Stille folgen und dann ein lautes Schnappen nach Luft. Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Schlafapnoe, und die ist nicht harmlos. Sie raubt dem Körper die Erholung und belastet Herz und Kreislauf Nacht für Nacht.

Was im Schlaf passiert

Bei der Schlafapnoe erschlafft die Muskulatur im Rachen so weit, dass sich die oberen Atemwege verschließen. Die Atmung setzt aus, der Sauerstoff im Blut sinkt, das Gehirn löst eine kurze Weckreaktion aus, die Atmung springt wieder an. Das kann sich pro Nacht dutzende bis hunderte Male wiederholen, ohne dass die Betroffenen es bemerken. Sie wachen nur nicht erholt auf.

Typische Zeichen

  • lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen – meist vom Partner oder der Partnerin bemerkt
  • Tagesmüdigkeit, Einschlafen beim Lesen, beim Fernsehen oder im schlimmsten Fall am Steuer
  • morgendliche Kopfschmerzen und Mundtrockenheit
  • häufiges nächtliches Wasserlassen
  • Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit

Das Risiko ist höher bei Übergewicht, bei Männern, mit zunehmendem Alter, bei Alkohol am Abend, in Rückenlage und bei großem Halsumfang.

Warum wir das ernst nehmen

Eine unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes. Ein Bluthochdruck, der sich mit Medikamenten schlecht einstellen lässt, ist für uns ein Grund, nach dem Schlaf zu fragen. Und Müdigkeit am Steuer ist ein Unfallrisiko, das sich vermeiden lässt.

So klären wir ab

Zuerst fragen wir – Sie und, wenn möglich, die Person, die neben Ihnen schläft. Ein kurzer Fragebogen, die Epworth-Schläfrigkeitsskala, hilft, die Tagesmüdigkeit einzuordnen. In der Praxis messen wir den Blutdruck, schreiben ein EKG und prüfen die Schilddrüse. Besteht der Verdacht, überweisen wir Sie zur Schlafmedizin, zur HNO- oder zur Lungenfacharztpraxis. Dort bekommen Sie ein kleines Gerät für eine Nacht zu Hause (Polygraphie), das Atmung, Sauerstoff und Schnarchen aufzeichnet. Bei unklarem Ergebnis folgt eine Nacht im Schlaflabor.

Was hilft

  • Gewicht reduzieren – oft die wirksamste Maßnahme
  • abends auf Alkohol verzichten, keine Schlafmittel
  • Seitenlage statt Rückenlage, zum Beispiel mit einem Lagerungskissen
  • bei mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe: die CPAP-Maske. Sie hält mit leichtem Überdruck die Atemwege offen. Die Gewöhnung braucht ein paar Wochen, danach berichten die meisten von deutlich besserem Schlaf, mehr Energie und oft auch von einem niedrigeren Blutdruck.
  • bei leichten Formen: eine Unterkieferschiene vom Zahnarzt, die den Unterkiefer nachts leicht nach vorn hält

Und wenn es nur Schnarchen ist?

Gleichmäßiges Schnarchen ohne Atempausen und ohne Tagesmüdigkeit ist in der Regel harmlos. Seitenlage, weniger Alkohol am Abend und eine freie Nase helfen. Wenn Sie unsicher sind, ob mehr dahintersteckt, fragen Sie uns – die Abklärung ist einfach und die Behandlung lohnt sich.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Mein Doktor online Route