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Gesundheit

Wundversorgung und Tetanus-Schutz: Was bei Verletzungen wichtig ist

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 3 Min. Lesezeit

Eine ältere Frau versorgt eine kleine Schürfwunde am Unterarm, ergänzt durch Detailansichten der Wundreinigung und eines schützenden Pflasters.

Ein Schnitt beim Kochen, eine Schürfwunde nach einem Sturz oder ein Dorn bei der Gartenarbeit: Kleine Verletzungen gehören zum Alltag. Meist heilen sie gut, wenn sie sauber versorgt werden. Wichtig ist aber auch ein ausreichender Tetanus-Schutz – selbst bei einer unscheinbaren Wunde.

Warum Wunden sich entzünden können

Durch verletzte Haut können Keime in den Körper gelangen. Besonders bei tiefen, verschmutzten oder schlecht durchbluteten Wunden steigt das Risiko einer Infektion. Auch Bisswunden sind häufig problematisch, selbst wenn sie von außen klein aussehen.

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, wird durch Bakterien verursacht, deren widerstandsfähige Formen unter anderem in Erde und Staub vorkommen. In einer Wunde können sie ein Gift bilden, das die Nerven schädigt. Nicht Rost selbst ist also das Problem, sondern die mögliche Verunreinigung einer Verletzung. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.

Welche Beschwerden Sie ernst nehmen sollten

Leichte Schmerzen und eine kleine Rötung direkt nach der Verletzung sind nicht ungewöhnlich. Ärztlich abklären lassen sollten Sie dagegen:

  • eine zunehmende oder sich ausbreitende Rötung
  • stärker werdende Schmerzen, Schwellung oder Wärme
  • Eiter, unangenehmen Geruch oder Fieber
  • einen roten Streifen, der von der Wunde wegzieht
  • Taubheit oder eingeschränkte Beweglichkeit

Bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder einer geschwächten Abwehr heilen Wunden oft schlechter. Lassen Sie dann auch kleinere Verletzungen frühzeitig beurteilen – besonders an den Füßen.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Rufen Sie 112, wenn eine Blutung trotz festen Drucks nicht aufhört, Blut spritzt oder Kreislaufprobleme auftreten. Auch schwere Verletzungen, Verwirrtheit oder Atemnot sind Notfälle. Drücken Sie bis zum Eintreffen der Hilfe mit einer sauberen Kompresse oder einem sauberen Tuch auf die blutende Stelle. Tief steckende Gegenstände lassen Sie in der Wunde.

Tiefe oder klaffende Wunden, Biss- und Stichverletzungen sowie stark verschmutzte Wunden sollten noch am selben Tag ärztlich untersucht werden. Das gilt ebenso bei Infektionszeichen. Außerhalb der regulären Versorgung hilft bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Eine Kieferstarre, schmerzhafte Muskelkrämpfe oder Schluckstörungen nach einer Verletzung können auf Tetanus hinweisen: Rufen Sie 112. Warten Sie bei fehlendem Impfschutz jedoch keinesfalls erst auf Beschwerden.

Was wir in der Praxis tun

Wir fragen nach dem Unfallhergang und untersuchen Tiefe, Verschmutzung, Durchblutung und Beweglichkeit. Je nach Befund wird die Wunde gereinigt und passend abgedeckt. Muss sie chirurgisch versorgt werden oder besteht der Verdacht auf eine Sehnen- oder Nervenverletzung, veranlassen wir die weitere Behandlung. Antibiotika sind bei einfachen, sauberen Wunden meist nicht nötig.

Bitte bringen Sie Ihren Impfpass mit, falls er griffbereit ist. Die notwendige Versorgung sollte dadurch nicht verzögert werden. Für den Tetanus-Schutz gilt grundsätzlich:

  • Bei mindestens drei dokumentierten Tetanus-Impfungen ist bei einer sauberen, kleinen Wunde eine Auffrischung nötig, wenn die letzte Impfung mindestens zehn Jahre zurückliegt.
  • Bei anderen Wunden, etwa tiefen oder verschmutzten Verletzungen, gilt bereits ein Abstand von mindestens fünf Jahren.
  • Bei unbekanntem oder unvollständigem Schutz ist in der Regel eine Impfung erforderlich. Abhängig von Wundart und bisherigen Impfungen sind zusätzlich fertige Antikörper nötig, sogenannte Tetanus-Immunglobuline. Sie bieten einen sofortigen, vorübergehenden Schutz.

Wir prüfen die passende Maßnahme individuell. Fehlende Impfungen müssen anschließend vervollständigt werden. Mehr dazu lesen Sie im Impfpass-Check für Erwachsene.

Was Sie selbst tun können

  • Waschen Sie vor der Versorgung gründlich Ihre Hände.
  • Spülen Sie kleine, oberflächliche Wunden mit sauberem, fließendem Leitungswasser aus. Entfernen Sie nur lose aufliegenden Schmutz vorsichtig.
  • Decken Sie die Wunde mit einem sterilen Pflaster oder einer geeigneten Wundauflage ab. Wechseln Sie diese, wenn sie feucht, schmutzig oder locker ist.
  • Geben Sie keine Hausmittel wie Mehl, Puder oder Butter in die Wunde. Auch hochprozentiger Alkohol reizt das Gewebe.
  • Kontrollieren Sie die Wunde täglich. Kratzen Sie Krusten nicht ab und vermeiden Sie Reibung.

Zusammenfassung

Kleine Wunden brauchen vor allem Reinigung, Schutz und einen prüfenden Blick auf den Heilungsverlauf. Tiefe, verschmutzte oder entzündete Verletzungen gehören ärztlich beurteilt. Denken Sie dabei immer auch an Ihren Tetanus-Schutz – wir helfen Ihnen, Impflücken zu erkennen und zu schließen.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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