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Gesundheit

Impfpass-Check für Erwachsene: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten – wann auffrischen?

Dr. med. Kathrin Hamann21. Mai 2026 2 Min. Lesezeit

Aufgeschlagener Impfpass, Spritze und Ampulle, Kalender, Eltern mit Baby und Schutzschild

Wann haben Sie zuletzt in Ihren Impfpass geschaut? Bei vielen Erwachsenen liegt er in einer Schublade, der letzte Eintrag stammt aus der Schulzeit. Dabei brauchen auch Erwachsene regelmäßig Auffrischungen – und manche Impfungen fehlen in ganzen Jahrgängen. Ein Blick in den Pass dauert fünf Minuten. Bringen Sie ihn zum nächsten Termin mit, wir prüfen ihn.

Tetanus und Diphtherie: Alle zehn Jahre

Der Schutz gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Tetanus-Erreger leben im Erdboden, eine kleine Verletzung bei der Gartenarbeit reicht für eine Ansteckung. Wenn Sie sich verletzen und die letzte Impfung mehr als fünf bis zehn Jahre zurückliegt, frischen wir je nach Art der Wunde sofort auf.

Keuchhusten: Einmal im Erwachsenenalter – und bei Babys im Haus

Die nächste fällige Tetanus-Diphtherie-Auffrischung sollte einmalig als Dreifachimpfung mit Keuchhusten (Tdap) erfolgen. Keuchhusten ist für Erwachsene lästig, für Säuglinge lebensgefährlich – und die Ansteckung kommt meist aus der Familie. Deshalb gilt: Wer Kontakt zu einem Neugeborenen hat, also Eltern, Großeltern und Geschwister, sollte geimpft sein. Schwangere erhalten die Keuchhustenimpfung in jeder Schwangerschaft, damit das Kind in den ersten Lebensmonaten geschützt ist.

Masern: Für alle nach 1970 Geborenen

Wer nach 1970 geboren ist und keine oder nur eine Masernimpfung hat oder den Impfstatus nicht kennt, sollte einmal mit dem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) geimpft werden. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit; bei Erwachsenen verlaufen sie oft schwerer.

Polio, Hepatitis B, FSME

  • Kinderlähmung (Polio): Grundimmunisierung plus eine Auffrischung im Erwachsenenalter reichen aus. Weitere Auffrischungen nur vor Reisen in Risikogebiete.
  • Hepatitis B: empfohlen bei erhöhtem Risiko, etwa im Gesundheitswesen oder bei bestimmten Erkrankungen.
  • FSME: Für Bayern empfehlen wir die Zeckenimpfung allen, die draußen unterwegs sind – fast das ganze Bundesland ist Risikogebiet. Mehr dazu im Artikel FSME und Zecken.

Ab 60 kommen vier Impfungen dazu

Grippe jedes Jahr, Pneumokokken einmalig, Gürtelrose mit zwei Dosen und RSV ab 75 – welche davon für Sie infrage kommen, lesen Sie im Artikel Impfungen ab 60.

Impfpass verloren?

Fragen Sie bei früheren Hausärzten, in der Kinderarztpraxis oder beim Gesundheitsamt nach. Lassen sich die Impfungen nicht mehr nachvollziehen, gilt: im Zweifel nachimpfen. Eine zusätzliche Impfung schadet nicht, eine fehlende kann es. Die neuen Einträge dokumentieren wir im Impfpass und, wenn Sie es möchten, in der elektronischen Patientenakte.

So läuft es bei uns

Alle Standardimpfungen der STIKO sind Kassenleistung. Kommen Sie einfach mit Ihrem Impfpass in die offene Sprechstunde, wir prüfen die Einträge und schließen Lücken – oft am selben Tag. Mehrere Impfungen sind in der Regel gleichzeitig möglich. Bei einem leichten Infekt ohne Fieber können wir impfen, bei Fieber verschieben wir um ein paar Tage.

Zusammenfassung

Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre, einmal davon mit Keuchhusten, Masern für die Jahrgänge ab 1970, FSME in Bayern – und ab 60 vier weitere. Mehr muss sich kaum jemand merken. Den Rest übernehmen wir, wenn Sie uns den Impfpass zeigen.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

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