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Gesundheit

Ultraschall beim Hausarzt: Bauch, Schilddrüse, Halsschlagadern

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 4 Min. Lesezeit

Eine Ärztin untersucht den Bauch einer älteren Patientin mit Ultraschall, ergänzt durch kreisförmige Detailansichten von Schilddrüse und Halsschlagadern.

Manchmal braucht es einen Blick ins Körperinnere, um Beschwerden besser zu verstehen. Ultraschall macht viele Organe sichtbar, ohne Röntgenstrahlung und meist völlig schmerzfrei. In unserer Praxis untersuchen wir damit den Bauch, die Schilddrüse und bei entsprechender Fragestellung die Halsschlagadern. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel zu untersuchen, sondern eine konkrete Frage zu klären.

Wie Ultraschall funktioniert

Ein Schallkopf sendet Schallwellen aus, die Sie nicht hören können. Das Gewebe wirft sie unterschiedlich zurück. Daraus entsteht auf dem Bildschirm ein bewegtes Bild. Etwas Gel auf der Haut sorgt dafür, dass die Schallwellen gut übertragen werden.

Die Untersuchung heißt auch Sonografie. Sie kommt ohne Strahlenbelastung aus und kann bei Bedarf wiederholt werden. Luft im Darm, die Lage eines Organs oder viel Gewebe zwischen Schallkopf und Organ können die Sicht allerdings erschweren. Nicht jede Erkrankung lässt sich damit erkennen oder ausschließen.

Welche Organe wir untersuchen

  • Bauch: Wir beurteilen unter anderem Leber, Gallenblase, Gallenwege, Nieren, Milz und die Bauchschlagader. Auch die Harnblase und Teile der Bauchspeicheldrüse können sichtbar sein. Dabei lassen sich beispielsweise Gallensteine, ein Harnstau oder Hinweise auf eine Fettleber entdecken. Magen und Darm sind mit dieser Untersuchung nur eingeschränkt beurteilbar.
  • Schilddrüse: Der Ultraschall zeigt Größe und Gewebestruktur des Organs am Hals. Knoten, flüssigkeitsgefüllte Hohlräume und Veränderungen bei Entzündungen können auffallen. Ob die Schilddrüse zu viele oder zu wenige Hormone bildet, zeigt dagegen vor allem die Blutuntersuchung. Mehr dazu lesen Sie unter Laborwerte erklärt – TSH und die Schilddrüse.
  • Halsschlagadern: Wir schauen nach Ablagerungen und möglichen Engstellen. Mit einer ergänzenden Messung des Blutflusses lässt sich deren Bedeutung genauer einschätzen. Auffällige Befunde können eine weitere fachärztliche Untersuchung erforderlich machen.

Ein Ultraschall der Schilddrüse oder Halsschlagadern ist ohne Beschwerden oder konkreten Verdacht nicht pauschal als Vorsorge sinnvoll. Zufällige Befunde können unnötige Sorgen und Folgeuntersuchungen auslösen. Wir besprechen deshalb vorab, welchen Nutzen die Untersuchung für Sie hat.

Bei welchen Beschwerden Ultraschall helfen kann

Anlass können wiederkehrende Bauchschmerzen, auffällige Leber- oder Nierenwerte oder eine tastbare Schwellung am Hals sein. Auch Druckgefühl am Hals und bestimmte Schluckbeschwerden können eine Untersuchung der Schilddrüse sinnvoll machen.

Bei den Halsschlagadern richtet sich die Untersuchung nach konkreten ärztlichen Befunden und der Vorgeschichte. Schwindel allein ist meist kein ausreichender Grund. Neu aufgetretene Lähmungen oder Sprachstörungen gehören dagegen sofort in die Notfallversorgung – nicht erst zum geplanten Ultraschalltermin.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Rufen Sie 112, wenn plötzlich eines dieser Warnzeichen auftritt:

  • einseitige Schwäche, ein hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörungen – auch wenn sie wieder verschwinden
  • sehr starke Bauch- oder Rückenschmerzen mit Ohnmacht, kaltem Schweiß oder ausgeprägter Schwäche
  • eine rasch zunehmende Schwellung am Hals mit Atemnot

Bei anhaltenden Bauchschmerzen, Fieber oder gelber Haut brauchen Sie zeitnah ärztlichen Rat. Außerhalb der regulären Versorgung hilft bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117. Weitere Orientierung bietet 112, 116117 oder Praxis? Wer wann für Sie da ist.

Was wir in der Praxis tun

Zuerst fragen wir nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten. Es folgt die körperliche Untersuchung. Je nach Fragestellung ergänzen wir den Ultraschall durch eine Blutabnahme.

Während der Untersuchung liegen Sie meist auf dem Rücken. Für den Bauch bitten wir Sie gelegentlich, tief einzuatmen oder sich auf die Seite zu drehen. Am Hals wird der Kopf etwas nach hinten oder zur Seite gelegt. Sagen Sie uns bitte, wenn das unangenehm ist.

Anschließend erklären wir Ihnen den Befund. Nicht jeder Knoten ist gefährlich, und nicht jede Auffälligkeit muss behandelt werden. Manchmal genügt eine Verlaufskontrolle. Bei unklaren oder verdächtigen Veränderungen veranlassen wir weitere Untersuchungen in einer Fachpraxis oder Klinik.

Was Sie selbst tun können

  • Fragen Sie vor einem Bauchultraschall nach, ob Sie nüchtern kommen sollen. Essen und Luft im Darm können die Sicht erschweren.
  • Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab. Bei Diabetes stimmen wir das Vorgehen rund ums Nüchternbleiben besonders sorgfältig ab.
  • Für Schilddrüse und Halsschlagadern müssen Sie gewöhnlich nicht nüchtern sein. Kleidung mit weitem Ausschnitt erleichtert die Untersuchung.
  • Bringen Sie frühere Befunde und Ihren Medikamentenplan mit. Vergleiche helfen, Veränderungen richtig einzuordnen.

Zusammenfassung

Ultraschall ist eine schonende Hilfe, wenn eine konkrete medizinische Frage besteht. Er ergänzt das Gespräch, die körperliche Untersuchung und Laborwerte, ersetzt sie aber nicht. Gemeinsam klären wir, welche Untersuchung für Sie sinnvoll ist und was aus dem Ergebnis folgt.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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