Zum Inhalt springen
Praxis im Chalet

Herbstferien in Bayern: Unsere Praxis ist geöffnet. Notfall-Sprechstunde Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November 2026. Freitag, 6. November geschlossen. Im Notfall: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, bei Lebensgefahr 112. Rezepte, Krankschreibungen und Fragen über Mein Doktor Online.

Herbstferien in Bayern: Unsere Praxis ist geöffnet. Notfall-Sprechstunde Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November 2026. Freitag, 6. November geschlossen.Im Notfall: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, bei Lebensgefahr 112Rezepte, Krankschreibungen und Fragen über Mein Doktor Online
Herbstferien in Bayern: Unsere Praxis ist geöffnet. Notfall-Sprechstunde Montag, 2. bis Donnerstag, 5. November 2026. Freitag, 6. November geschlossen.Im Notfall: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117, bei Lebensgefahr 112Rezepte, Krankschreibungen und Fragen über Mein Doktor Online
← Lexikon der Gesundheit

Gesundheit

Kopfschmerzen und Migräne: Formen und Warnzeichen

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 3 Min. Lesezeit

Eine Frau mit Kopfschmerzen sitzt in einem ruhigen Raum, ergänzt durch kreisförmige Detailansichten zu Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Fast jeder Mensch kennt Kopfschmerzen. Manchmal drücken sie wie ein enger Ring, manchmal pochen sie so stark, dass der Alltag stillsteht. Meist steckt keine gefährliche Erkrankung dahinter. Entscheidend ist aber, ob die Schmerzen vertraut sind oder neu und ungewöhnlich auftreten.

Welche Ursachen dahinterstecken

Die häufigsten Formen sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Sie sind eigenständige Erkrankungen, nicht einfach ein Zeichen von Einbildung oder mangelnder Belastbarkeit. Schlafmangel, Stress, ausgelassene Mahlzeiten oder Alkohol können Beschwerden begünstigen.

Bei Migräne reagiert das Nervensystem besonders empfindlich auf bestimmte Reize. Die Veranlagung ist oft erblich. Auch hormonelle Veränderungen können eine Rolle spielen.

Kopfschmerzen können außerdem bei Infekten, nach Verletzungen oder als Folge anderer Erkrankungen auftreten. Selten stecken eine Hirnblutung, eine Hirnhautentzündung oder eine Gefäßentzündung dahinter. Auch zu häufig eingenommene Schmerzmittel können Kopfschmerzen unterhalten.

So unterscheiden sich die Beschwerden

  • Spannungskopfschmerzen: Meist drücken oder ziehen sie auf beiden Kopfseiten. Sie sind leicht bis mittelstark. Alltägliche Bewegung verschlimmert sie normalerweise nicht, Übelkeit fehlt meist.
  • Migräne: Die Schmerzen sind häufig einseitig und pulsierend, können aber auch beide Seiten betreffen. Bewegung verstärkt sie oft. Dazu kommen Übelkeit sowie Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche. Unbehandelt dauert eine Attacke meist vier bis 72 Stunden.
  • Migräne mit Aura: Vor oder während der Schmerzen können beispielsweise flimmernde Linien oder ein blinder Fleck im Blickfeld auftreten. Typisch ist eine langsame Entwicklung über mehrere Minuten mit vollständiger Rückbildung, meist innerhalb einer Stunde. Eine Aura kann auch ohne Kopfschmerzen vorkommen.
  • Clusterkopfschmerzen: Selten treten extrem starke, streng einseitige Schmerzen rund um ein Auge auf. Das Auge tränt, die Nase läuft, Betroffene sind oft unruhig. Diese Form braucht eine gezielte Behandlung.

Neue Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen sollten Sie nicht selbst als Migräne einordnen. Sie können auch Zeichen eines Schlaganfalls sein.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Rufen Sie 112, wenn:

  • ein Kopfschmerz schlagartig einsetzt und innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten unerträglich stark wird
  • Lähmungen, neue Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit oder ein Krampfanfall hinzukommen
  • starke Kopfschmerzen mit Fieber und Nackensteife auftreten
  • nach einer Kopfverletzung starke oder zunehmende Schmerzen, Benommenheit oder wiederholtes Erbrechen auftreten

Warten Sie bei möglichen Schlaganfallzeichen nicht ab, auch wenn die Beschwerden wieder verschwinden. Mehr dazu lesen Sie unter Schlaganfall erkennen: Der FAST-Test, den jeder kennen sollte.

Noch am selben Tag ärztlich abklären lassen sollten Sie neue oder deutlich veränderte Kopfschmerzen, besonders ab dem 50. Lebensjahr, in Schwangerschaft und Wochenbett sowie bei Krebs oder geschwächtem Immunsystem. Auch Schmerzen an der Schläfe mit empfindlicher Kopfhaut oder Schmerzen beim Kauen sind Warnzeichen. Bei zusätzlichem plötzlichem Sehverlust wählen Sie 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft bei dringlichen, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden der Bereitschaftsdienst 116 117.

Was wir in der Praxis tun

Wir fragen nach Beginn, Dauer, Häufigkeit und Begleiterscheinungen. Wichtig sind auch Ihre Medikamente und die Zahl der Einnahmetage. Anschließend untersuchen wir Sie, messen den Blutdruck und prüfen je nach Beschwerden unter anderem Kraft, Gefühl und Reflexe.

Bei typischer Migräne oder Spannungskopfschmerzen und unauffälliger Untersuchung ist eine Aufnahme des Kopfes meist nicht nötig. Bei Warnzeichen veranlassen wir weitere Untersuchungen oder eine dringliche Überweisung. Eine Blutabnahme kann sinnvoll sein, wenn beispielsweise eine Entzündung vermutet wird.

Die Behandlung richtet sich nach der Kopfschmerzform und Ihren Vorerkrankungen. Bei Migräne kommen geeignete Schmerzmittel oder spezielle Migränemittel, sogenannte Triptane, infrage. Häufige oder stark belastende Attacken können eine vorbeugende Behandlung rechtfertigen.

Was Sie selbst tun können

  • Führen Sie einen Kopfschmerzkalender: Notieren Sie Schmerztage, Begleiterscheinungen und Medikamenteneinnahmen.
  • Achten Sie auf regelmäßigen Schlaf, Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit.
  • Planen Sie Bewegung und Erholung ein. Entspannungsübungen können vorbeugend helfen.
  • Ziehen Sie sich bei Migräne in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurück.
  • Besprechen Sie häufigen Schmerzmittelbedarf mit uns. Als Faustregel sollten Akutmittel an weniger als zehn Tagen im Monat eingesetzt werden. Schon zehn bis 15 Einnahmetage monatlich können, je nach Mittel, über längere Zeit zusätzliche Kopfschmerzen fördern.

Bei anhaltenden Schlafproblemen finden Sie Anregungen unter Schlafstörungen: besser ein- und durchschlafen.

Zusammenfassung

Kopfschmerzen lassen sich oft gut behandeln, wenn die Form erkannt ist. Neue, plötzlich starke oder deutlich veränderte Beschwerden verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ein Kopfschmerzkalender hilft uns, gemeinsam eine passende Behandlung zu finden.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

Mein Doktor Online Route