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Gesundheit

Vorsorge-Fahrplan: Was in welchem Alter sinnvoll ist

Autorin: Dr. med. Kathrin HamannVeröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: Keine spätere Aktualisierung dokumentiert 4 Min. Lesezeit

Eine Ärztin bespricht mit zwei Erwachsenen verschiedener Altersgruppen einen Vorsorgeplan, ergänzt durch kreisförmige Detailansichten von Blutdruckmessung und Impfschutz.

Vorsorge soll helfen, Krankheiten früh zu erkennen oder ganz zu verhindern. Doch zwischen Check-up, Krebsfrüherkennung und Impfungen verliert man leicht den Überblick. Dieser Fahrplan zeigt Ihnen wichtige Angebote der gesetzlichen Krankenversicherung. Was für Sie persönlich sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam – abhängig von Alter, Vorerkrankungen und familiären Risiken.

Warum Vorsorge nicht für alle gleich aussieht

Manche Erkrankungen entwickeln sich lange unbemerkt. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes und einige Krebsarten. Früherkennung kann eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen, bietet aber keine vollständige Sicherheit.

Untersuchungen können auch auffällige Befunde liefern, die sich später als harmlos herausstellen. Manchmal werden Veränderungen entdeckt, die nie Beschwerden verursacht hätten. Deshalb gehören Nutzen und mögliche Nachteile zu einer guten Beratung. Mehr Untersuchungen bedeuten nicht automatisch mehr Gesundheit.

Ab 18: eine gute Grundlage schaffen

Zwischen 18 und 34 Jahren können gesetzlich Versicherte einmal einen allgemeinen Gesundheits-Check-up nutzen. Dabei geht es um Ihre Krankengeschichte, Blutdruck, körperliche Untersuchung und persönliche Risiken. Blutuntersuchungen erfolgen in diesem Alter bei entsprechendem Risikoprofil.

Auch der Impfpass lohnt einen Blick. Fehlende Impfungen lassen sich nachholen. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen bleiben in jedem Alter wichtig.

Für Frauen beginnt ab 20 die jährliche Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt. Bis 34 gehört jährlich ein Zellabstrich dazu. Ab 30 kommt die jährliche Tastuntersuchung der Brust hinzu.

Ab 35: regelmäßig nachsehen

  • Gesundheits-Check-up alle drei Jahre: Dazu gehören unter anderem Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und eine Urinuntersuchung. Einzelheiten finden Sie unter Check-up 35: Die Gesundheitsuntersuchung, die Ihnen zusteht.
  • Hepatitis B und C: Im Rahmen des Check-ups ist einmalig ein Bluttest auf diese Virusinfektionen der Leber vorgesehen.
  • Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre: Die Haut wird auf verdächtige Veränderungen untersucht.
  • Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung: Frauen erhalten ab 35 alle drei Jahre einen kombinierten Test aus Zellabstrich und HPV-Test. HPV sind Viren, die Gebärmutterhalskrebs begünstigen können. Die jährliche gynäkologische Früherkennungsuntersuchung bleibt bestehen.

Ab 45 und 50: Krebsfrüherkennung bewusst wählen

Männer können ab 45 jährlich eine Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs nutzen. Dazu gehört eine Tastuntersuchung. Ihre Aussagekraft ist begrenzt. Ein PSA-Bluttest ist kein regulärer Bestandteil dieses Angebots. Ob er sinnvoll ist, sollte nach Aufklärung über Nutzen und mögliche Nachteile entschieden werden.

Ab 50 stehen Frauen und Männern zur Darmkrebsfrüherkennung zwei Wege offen:

  • bis zu zwei Vorsorge-Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren
  • alternativ ein Stuhltest auf verborgenes Blut alle zwei Jahre

Nach einem auffälligen Stuhltest ist eine Darmspiegelung zur Abklärung erforderlich. Bei Darmkrebs in der Familie kann eine frühere Untersuchung nötig sein. Mehr dazu lesen Sie unter Darmkrebsvorsorge ab 50: Stuhltest oder Darmspiegelung?.

Frauen von 50 bis 75 können alle zwei Jahre am Mammographie-Screening teilnehmen. Diese Röntgenuntersuchung der Brust findet in spezialisierten Einrichtungen statt.

Ab 60: Impfschutz und Selbstständigkeit stärken

Ab 60 werden Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose sowie jährliche Grippeimpfungen und in der Regel jährliche COVID-19-Auffrischungen empfohlen. Die RSV-Impfung wird ab 75 empfohlen, bei bestimmten Risiken bereits ab 60. Den passenden Zeitpunkt und Ihren bisherigen Impfschutz prüfen wir individuell.

Männer ab 65 können einmalig einen Ultraschall zur Früherkennung einer Erweiterung der Bauchschlagader nutzen. Außerdem werden Sturzrisiko, Knochengesundheit, Hören, Sehen und die Überprüfung Ihrer Medikamente zunehmend wichtig. Nicht alles davon ist eine pauschale Routineuntersuchung.

Beschwerden warten nicht auf den Vorsorgetermin

Blut im Stuhl oder Urin, ungewollter Gewichtsverlust, ein neuer Knoten oder eine veränderte Hautstelle sollten zeitnah abgeklärt werden. Das gilt auch nach einer unauffälligen Vorsorgeuntersuchung.

Wann Sie sofort Hilfe brauchen

Bei starken Brustschmerzen, plötzlicher Atemnot, Lähmungen oder Sprachstörungen rufen Sie 112. Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Praxis-Erreichbarkeit hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117.

Was wir in der Praxis tun

Wir sichten Ihre bisherigen Befunde, fragen nach familiären Erkrankungen und erstellen mit Ihnen einen persönlichen Vorsorgeplan. Passende Untersuchungen, Laborwerte und Impfungen stimmen wir darauf ab. Für Untersuchungen in anderen Fachgebieten besprechen wir die weiteren Schritte.

Was Sie selbst tun können

  • Bringen Sie Impfpass, Medikamentenliste und frühere Befunde mit.
  • Notieren Sie wichtige Erkrankungen naher Angehöriger.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, rauchen Sie nicht und trinken Sie möglichst wenig Alkohol.
  • Fragen Sie nach, wenn Ihnen Nutzen oder Folgen einer Untersuchung unklar sind.

Zusammenfassung

Ein guter Vorsorgeplan richtet sich nicht nur nach dem Geburtstag. Entscheidend sind auch Ihre Gesundheit, Ihre Risiken und Ihre Wünsche. Gemeinsam behalten wir den Überblick und wählen aus, was Ihnen wirklich hilft.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Dr. Kathrin Hamann

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei einem Notfall wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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